Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505576
artistischen Betriebes. 
des 
Befördern ng 
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Dichters. Die äussere Technik seiner Kunst ist kein Gegenstand eines 
besonders schwierigen Studiums.  
Die Schauspielkunst entbehrte bei uns bisher ebenfalls, obgleich sie 
ganz Kunst-Technik ist und das feinste Kunstverständniss erfordert, alle; 
eigentlichen Schule; der angehende Schauspieler war allen Wirrnissen 
einer von tausend Zufälligkeiten abhängigen Praxis Preis gegeben. Erst 
gegenwärtig ist der Plan zu einer, in Berlin zu begründenden Theater- 
schule aufgenommen, die Ausführung desselben jedoch für jetzt noch 
nicht ins Leben getreten.  Die Theaterschule soll übrigens nur zur 
höheren künstlerischen Ausbildung des recitirenden Schauspielers bestimmt 
sein, indem die gegenwärtigen mangelhaften Verhältnisse der Bühne gerade 
für das recitirende Fach eine I-Iülfe vorzugsweise nöthig machen und die 
Zugrundelegung einer künstlerischen Ausbildung gerade hier besonders 
dringend erheischen. Der Opernsänger wird durch die unbedingt erforder- 
liche und ohne anhaltendes technisches Studium nicht erreichbare musi- 
kalische Ausbildung in gewissem Sinne schon künstlerisch getragen; doch 
dürfte auch für ihn eine specielle Ausbildung in dem eigentlich dramati- 
schen Elemente (dem plastisch-mimischen) nöthig werden. 
Zur allgemeinen Bildung des künstlerischen Sinnes im Volk wird 
durch Zeichnen und Gesangunterricht an allen öffentlichen 
Schulen gesorgt.  Bei gelehrten Schulen sind gelegentlich Wünsche 
zum wirksameren Betriebe des Zeichnenunterrichts und zur gründlicheren 
Ausbildung des Kunstsinnes überhaupt hervorgetreten; sie haben aber nur 
da berücksichtigt werden können, wo dies die entsprechenden eigenthüm- 
liehen Verhältnisse zulässig machten; bei den schon hoch gesteigerten 
Anforderungen an die gelehrten Schulen haben allgemeine Maassregeln zu 
diesem Behuf nicht eingeführt werden können.  Zur Gesangbildung des 
Volkes (namentlich der Gesellen) durch Unterricht und Uebung, und, dem 
entsprechend zur Pflege eines ächten Volksgesanges sind einzelne sehr 
crfreuliche Bestrebungen hervorgetreten und wo dies wünschenswerth war, 
von der Staatsbehörde gern gefördert worden. Unter Anderm haben die 
Erscheinungen solcher Art in Pommern sich als sehr beachtenswerth her- 
ausgestellt. 
Beförderung 
des 
artistischen 
Betriebes. 
Nächst der Gründung von Schulen ist, als zweiter wcsentlicherPuxikt 
der Einwirkung des Staates auf die Kunst, die Beförderung des äusseren 
artistischen Betriebes zu berücksichtigen, d. h. die Hülfe, welche die Re- 
gierung, von ihrem Standpunkte aus, gcwissermaassen dem Grunde und 
Boden gewähren kann, auf welchem die künstlerische 'I'hätigkeit sich 
entfalten soll. 
Hieher gehört als allgemeinstes Bedingniss die gesetzliche Ord- 
nung des Verkehrs, also vor Allem die der rechtlichen Verhält- 
nisse. Früher genoss das Kunstwerk nur in materieller Beziehung, nur 
in Betreff des Stotfes oder der technischen rkusführung, einen Rechtsschutz, 
und nur Privilcgirte erfreuten sich einer Berücksichtigung von gingm
        

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