Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505565
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Die K_unst als 
Gegenstand 
Staatsverwaltung. 
der 
meinen eine grössere Cencentration der Mittel und Kräfte vortheilhaft 
erscheint, in Erwägung zu nehmen sein.  
Für die gartenkunst besteht eine selbständige und umfassende Bil- 
(hlngganstalt in de; Königl. Gärtner-Lehranstalt zu Schöneberg 
und Potsdam, die in verschiedenen Stufen theils die niedere, mehr 
handwerkliche, theils die höhere, eigentlich künstlerische Ausbildung 
gewährt.  
Bei den vorhandenen Musik-Bildungsanstalten ist vorzugsweise auf 
das besondere praktische Bedürfniss, somit auf die Ausbildung der zur 
technischen Ausführung des musikalischen Kunstwerkes erforderlichen 
Kräfte, Rücksicht genommen. Unter den Staatsanstalten Berlins sind dem- 
gemäss dem kirchlich praktischen Bedürfniss gewidmet: das König], 
Institut für Kirchenmusik (das sogenannte Otgelinstittit), welches 
Zu? Ausbildung von Organisten und (lauteren, sowie auch von Gesang- 
und Mnsiklchrern für Gymnasien und Schullehrer-Seminarien bestimmt ist, 
 und die König]. Dom-Gesangschule, die zunächst für die Spe- 
ciellen Bedürfnisse der hiesigen I-lof- und Domkirche, zugleich aber im 
Allgemeinen zur Verbesserung des Kirchcngesanges gegründet ist.  Für 
die Bedürfnisse der Königl. Bühne sind die Theater-Bildungsschu- 
-len für Musik, welche Gesang und lnstrumentenspiel umfassen, bestimmt. 
Für ein tieferes Verständniss der Musik soll zunächst die Professur 
der Musikwissenschaft an der hiesigen Königl. Universität wirk- 
sarn sein, während die Schule für musikalische Composition bei 
der hiesigen König]. Akademie der Künste zur höheren künstlei-i- 
sehen Ausbildung Gelegenheit geben, das selbständige Schaffen lehren 
und fördern soll. 
Die letztgenannte Schule besteht schon seit einer Reihe von Jahren, 
ohne, bei dem seitherigen Mangel an zureichendcn Mitteln, zu einer um_ 
fassenderen Entwickelung gekommen zu sein. Bei der Reorganisation der 
Königl. Akademie der Künste wird daher auch die weitere Ausbildung 
dieser Schule in Aussicht zu nehmen sein. Ausserdem erscheint es nicht 
als unausführbar, die sämmtlichen vorgenannten Musik-Bildungsanstalten, 
in einer irgendwie passlichen Weise, zu einander in ein innigeres Verhält- 
niss zu setzen, auch die für ihre Zwecke wjinschenswerthe Verbindung 
mit andern Musikanstalten herbeizuführen und namentlich die akademische 
Oompositionsschule zum Schlussstein eines, nach der Natur dcr Bedürfnisse 
gegliederten Ganzen zu machen, so dass demgemäss auch rückwirkend 
sich für die weitere Ausbildung der übrigen genannten Anstalten die ent- 
sprechende Gelegenheit ergäbe. Hiedurch würde das, was die musikali- 
schen Conservatorien des Auslandes nach mehr abstracten Principieti zu 
erreichen bemüht sind, in einer tmglciclt wirksameren, unmittelbarer aus 
den Bedürfnissen sich ergebenden Weise zu gewinnen sein. (Auch hier- 
über liegen dem Vernehmen nach die Pläne vor.) 
Als Provinzialanstalten zur Förderung der musikalischen Ausbildung, 
namentlich wiederum in Betreif der kirchlich praktischen Bedürfnisse, 
sind anzuführeu: das akademische Institut für Kirchenmusik bei 
der König]. Universität zu Breslau,  und das Institut für 
Kirchenmusik und Gesang an der Königl. Universität zu Kö- 
n i gsbe rg.   
 Für die Dichtkunst existirt keine eigne Bildungsanstalt. Leben, 
Wissenschaft und die Werke der grossen Meister sind die Schule des
        

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