Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505489
Ueber 
DIE 
KUNST 
ALS GEGENSTAND 
VERWALTUNG, 
DER 
STAATS- 
mit besondrem 
Verhältnisse 
auf die 
Bezuge 
des 
preussischen 
Staates. 
(Berlin, 
1847) 
"Man kann es überhaupt nicht genug wiederholen; 
Kunstgenuss ist einer Nation durchaus unentbehrlich 
wenn sie noch irgend für etwas Höheres empfänglich 
bleiben Soll." 
Wilhelm von Humboldt, im J. 1809. 
Wie die Wissenschaft dazu berufen ist, den Menschen geistig frei zu 
machen, so ist es die Bestimmung der Kunst, ihm das Gepräge des gci- 
stigen Adels zu geben. Es wird mithin die Staatsregierung, wenn es 
überhaupt zu ihren Pflichten gehört. die Bildung des Volkes zu fördern 
und zu leiten, diese Sorge nicht bloss der Wissenschaft, sondern auch 
der Kunst zuzuwenden haben. Und dies um so mehr, als die Kunst in 
ihrer Allgemein-Verständlichkeit, in ihrer sinnlichen Kraft einen umfas- 
senderen und schnelleren Einfluss auf die Einzelnen wie auf das öffent- 
liche Leben und dessen Stimmung, auszuüben im Stande ist, aus demsel- 
ben Grunde aber zugleich der Entartung leichter unterliegt und zur 
Erschlaffung und Sßlbst, im Widerspruch mit ihrer ursprünglichen Bestim- 
mung, zur Gemeinheit führen kann. 
Diese wichtige Bedeutung der Kunst für das geistige Leben des Vol- 
kes bedingt es ferner, dass sie,  da sie in verschiedenartig sich bethä- 
tigende Fächer, in Künste von erheblicher formaler Verschiedenheit 
auseinander fällt,  überall in ihrer Gesammtheit gegenwärtig erhalten, 
dass nach Möglichkeit auf eine gleiehmässige Behandlung derselben von 
gemeinsamen obersten Grundsätzen aus hingewirkt werde. Je mehr die 
Künste sich von einander trennen, je mehr sie vereinzelt behandelt wer- 
den, um so mehr sind sie dem Zufall unterworfen, um so leichter wird 
Auf amtliche 
Veranlassung abgefasst.
        

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