Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505227
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Kunstreise im Jahr 
1845. 
Urne, Kinder und das Reliefbild des liebenswürdigen Mannes;  aus 
Chodowieeky's Zeit und in seinem Geschmack, in den Kindern artig naiv. 
Das andre ist das Monument Sebastian Bachs. Es ist wie ein 
Heiligenhäuschen spätromanischen Styles behandelt; ein kleines Taber- 
nakel, von einem eleganten Säulenbündel getragen, an jeder Seite eine 
Arkade, darüber Giebel und Spitzen. In der vorderen Arkade, seltsam 
kleinlich angeordnet, ganz eng eingeschlossen, Baeh's stark vortretendes 
Gesicht en faee. In den drei andern Arkaden Flaehreliefs:_ in der einen 
eine Orgelspielerin mit einem Knaben, der den Balg der Orgel bewegt, 
in der zweiten eine Singschule,  diese beiden originell naiv und an- 
muthig; auf der Rückseite eine Figur, welche etwa die heilige Tonkunst 
vorstellt. Der zarte Seulpturstyl, wie er hier zur Anwendung gekommen, 
 lebhaft an Rietschels schöne Arbeiten erinnernd,  ist übrigens Baeh's 
mächtiger Derbheit sehr wenig analog. Auch das Architektonische er- 
scheint zu kleinlich. 1) 
1) Ueber das Monument wird mir von befreundeter Hand aus Leipzig die 
folgende Mittheilung gemacht:  .,Wir verdanken Mendelssohns Pietät gegen 
Bach das Denkmal desselben an der Thomasschule. Jener hatte seine Freunde 
Bendemann und Hühner über die architektonische Anordnung berathen, diese 
wiederum Semper u. A. Das Architektonische hat endlich Steinmetzmeister 
Hiller in Dresden ausgeführt; die Büste Bachs und die schönen Reliefs daga- 
gen rühren von unserm hiesigen geschickten Bildhauer Hermann Knaur 
allein her."
        

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