Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505052
Ileisenotizen. 
Strassburg. 
Carlsruhe. 
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für monumentale Zwecke erforderlich sein wird  pastos, sondern dünny 
durchaus wie Gouache; daher ohne energische Wirkung. Das angewandte 
Schwarz vortrefflich. 
Das Denkmal Gutenbergs von David. Bronzestatue; nach den 
bekannten späten Bildnissen. mit der Zipfelmütze, sehr langem Bart, und 
im Pelzrock. Die Gestalt, in ihrer ganzen Conception, hat etwas natura- 
listisch Naives; das Gewand ist so genommen, dass sich ohne Künstelung 
bewegte Massen bilden und es dem Ganzen auch an Würde nicht fehlt. 
Doch ist das Werk nicht von wirklich grosser plastischer Wirkung, auch 
nicht ganz zur Individualität durchgedi-ungen; jedenfalls aber ist es viel 
frischer als das nach Thorwaldsens Skizze ausgeführte Gutenberg-Denkmal 
in Mainz.  Am Piedestal vier Bronzereliefs, die verschiedenen Weisen 
geistigen Lebens und geistiger Freiheitsentwickelung, bis zur politischen, 
ausdrtickend. Hier zeigt sich David's Reliefmanicr in ihrer charakteristisch- 
sten und auiiallendsten Weise ausgebildet. Bei einer grossen Figurenfülle 
besteht die Composition im Einzelnen aus fast rohen, wenig modellirten 
Umrisszeichnungen; die Gruppen sind wie Theater-Setzstücke übereinander- 
gesehoben, die Tiefen zwischen diesen Stücken wie ausgebohrt,  Gedanke 
und wenig künstlerische Ausprägung desselben; Rückkehr zur vollkomme- 
nen Hieroglyphe. 
Das Denkmal des Grossherzogs Carl Friedrich auf dem Schlossplatze, 
in Bronze. von Schwanthaler. Die Gesammtwirkung vortreflfieh, ins- 
besondre das Verhältniss des Piedestals zur Statue sehr gut. Die letztere 
in einfach lebendiger Bewegung, in den Haupt-Intentionen gewiss gedie- 
gen, in der feineren Belebung des Einzelnen indess  soweit mir die 
abyssinische Hitze des Tages überhaupt ein Urtheil verstattete  nicht 
völlig befriedigend, in Militär-Uniform und Fürstenmantel, der hinter- 
Wärts, obwohl die Gestalt ganz frei steht, in hässlich styllosen Falten 
hinabfallt. Piedestal mit Inschriften und Wappen, an den Ecken vier 
allegorische weibliche Figuren. Die letzteren für den Total-Eindruck von 
guter Wirkung, doch ohne alle architektonische Vermittelung, und sie selbst 
nur ziemlich puppenmässig behandelt. 
Akademie-Gebäude (für die Kunstsammlungen bestimmt) von 
Hübsch. Dies Gebäude,  wie es wohl meist überall bei den Archi- 
tekturen von Hübsch der Fall.  interessant in der Constructiou, welche 
durchweg charakteristisch und monumental sichtbar ist; dadurch et- 
was Naturwüehsiges, das dem Gebäude in mehrfacher Beziehung Reiz 
giebt; aber kein sonderliches Schönheitsgefühl. Durchweg gewölbt. Im 
Untergeschoss, das für die Sculpturen bestimmt ist, flache Wölbungen, zu
        

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