Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1500145
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Berichte, 
Kritiken, 
Erörterungen. 
berge. Wir sind absichtlich bei diesen Angaben ins Detail eingegangen; 
denn obgleich die blosse Benennung der Farben noch nicht im Entfernte- 
sten das Verhältniss ihrer verschiedenen Tiefe und Wärme, wodurch erst 
die wahre Harmonie entsteht, anzugeben vermag, so wird man wenigstens 
schon hieraus abnehmen können, wie das Vorherrschen Einer gelben 
Masse (des seidenen Kleides), die bekanntlich bei Zusammenstellung .ver- 
schiedener Farben störend wirkt, hier durch das Vertheilen goldener und 
gelber Stoffe unter die verschiedenen umgebenden Theile auf wohlverstan- 
dene Weise gebrochen ist. In der Malerei der Fleischpartieen schienen 
uns besonders die schönen Hände trefflich gerathen. Das Ganze macht 
einen edlen und grossartigen Eindruck; es wird den schönsten Schmuck 
eines Festsaales bilden. 
Drei Schreiben aus Rom gegen Kunstschreiberei in Deutsch- 
land. Erlassen und unterzeichnet von Franz Catel; Jos. Koch; 
Friedr. Riepenhausen; von Rohden; Alb. Thorwaldsen; Ph. 
Veit; Joh. Chr. Reinhart; Friedr. Rnd. Meyer. Mit einem litho- 
graphirten Blatte, nach einer Zeichnung von J. C- Rßillharf- Dessau, 1833- 
(Museum 
1sss, 
Die vorliegende, 67 Seiten starke Brochüre, welche uns zur Ansicht 
und Besprechung zugesandt worden, hatten wiranfänglich, nachdem wir 
sie als etwas durchaus Unwürdiges und Schlechtes erkannt, dem Verleger 
zurückgeschickt. Wir hörten aber später, dass sie gleichwohl gelesen 
werde und namentlich bei Künstlern von Hand zu Hand gehe. Somit 
halten wir es, trotz unsrer herzlichen Abneigung, nunmehr für unsre 
Pflicht, dem Unbefangenen wenigstens die böse Tendenz dieser Schrift, 
den Missbrauch mit edlen Namen, deren im Titel genannt werden, zu 
enthüllen. 
Das erste der mitgetheilten Schreiben ist aus der Beilage zur Allge- 
meinen Zeitung von 1826, N0. 119-121, abgedruckt. Es ist überschrie- 
ben: Betrachtungen und Meinungen über die in Deutschland 
herrschende Kunstschreiberei. Von Künstlern in Rom; und 
unterzeichnet von Catel; Jcs. Koch; J. C. Reinhart; Friedr. und 
Joh. Riepenhausen; von Rohden; Alb. Thorwaldsen; Ph. Veit. 
Es hat die Absicht, das wesentliche, entscheidende Urtheil über Kunst- 
gegenstände nur für den Künstler in Anspruch zu nehmen. Wir sind nicht 
gestimmt, den alten Streit zwischen Künstler und Kritiker, oder richtiger: 
Zwischen Künstler und Publikum (denn was ist der sogenannte Kritiker 
anders als eine Stimme des letzteren?) hier wieder aufzunehmen und das 
Falsche jenes Anspruches darzulegen; um so weniger als ein werther Mit- 
arbeiter kürzlich (Herr Dr. Schöll in N0. 33, S. 261 des Museums) die 
gegenseitige Stellung beider bereits aufs Einfachste und Klarste ausgespro- 
chen hat. Will der Künstler nur vom Künstler beurtheilt sein, so ist das, 
als wenn der Prediger nur für seine Amtsbrüder predigen WOÜCC, OÖCT als
        

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