Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1504410
Conservatiou 
der 
Kunstdeukxxläler 
Frankreich 
Belgien. 
471 
Wie mir mitgetheilt wurde, beläuft sich das jährliche Budget für die 
Conservation und Restauration der "historischen Monumente" gegenwärtig 
auf die Summe von 600,000 Francs, mit Ausschluss der ausserordentlichen 
Credite, die je nach den Erfordernissen auf besondre Anträge von den 
Kammern für diesen Zweck bewilligt werden. Es wurde mir gesagt, dass 
neuerlich solcher Art für drei besondere Fälle der ansserordentliehe Fonds 
von 2,500,000 Francs bewilligt werden sei. Ebensowurde mit versichert. 
dass auch die Departemental- und Communal-Behörden im monumentalen 
Interesse bei vorkommenden Fällen oft sehr ansehnliche Zuschüsse zu be- 
willigen pflegten. Zur Verwaltung dieser Fonds ist im Ministerium des 
Innern ein besonderes, unter der Direction des lzeaux-arts stehendes Bü- 
reau, das der Jllonumens historiques, eingerichtet. 
Zur näheren Realisirung der betreffenden Zwecke ist dem Ministerium 
zunächst ein Inspecteztr -ge'ne'ral des monumens ltistoriques zugeordnet,  
Herr Merimee, der diese Steile schon seit vierzehn Jahren bekleidet. 
Der lnspecteur general hat die Verpflichtung, jährlich grössere Reisen zur 
Untersuchung der Denkmäler in den verschiedenen Theilen des Staates zu 
machen und dem Ministerium hierüber Bericht zu erstatten 1). Diese Be- 
richte bilden zunächst die Grundlage der zur Conservation der Denkmäler 
bestimmten Maassregeln. Um gleichzeitig jedoch zu einer möglichst um- 
fassenden Kenntnissnahme des vorhandenen Denkmäler-Vorraths zu kom- 
men, hatte man früher dasjenige Mittel angewandt, dessen sich zu glei- 
chem Zwecke das dem Ministerium des öffentlichen Unterrichts unterge- 
ordnete Ccnnite historique des arts et monumens bedient: man hatte diesel- 
ben Frageformulare ausgetheilt und um deren Ausfüllung gebeten. Man 
hatte aber bald die Erfahrung gemacht, dass hier, wo es auf eine unmit- 
telbare praktische Wirksamkeit abgesehen war, die Langwieriglteit und 
Unsicherheit clnersolchen Einrichtung.  so nützlich dieselbe möglicher 
YVGISB auch für rein wissenschaftliche Zwecke erscheinen mochte , nicht 
passend sein konnte. Man ist desshalb von einer solchen Tendenz im 
Ministerium des Innern Sei! längerer Zeit bereits völlig abgegangen und 
strebt statt dessen, so viel als möglich nur die positiven Bedürfnisse, die 
sich zum behördenmässigen Einschreiten behufs der Conservation und Re- 
stauration der Monumente bcmerkliclt machen, kennen zu lernen. Zu dic- 
sem Zwecke hat das Ministerium des Innern in den Departements eine 
Anzahl von Correspondenten (ltzspectezcrs particztliers) ernannt und 
denselben die Verpflichtung übertragen, sowohl von allen denjenigen 
nhistorischen Monurnenten" des Departements, die ihnen bekannt werden, 
Nachricht zu geben, als die etwa erforderlichen Maassrcgeln zu ihrer Con- 
servation oder Restaurationen anzuzeigen, als auch über die Ausführung der 
angeordneten Restauration zu wachen und darüber Bericht zu erstatten. 
Die Correspotidenten reichen desshalb jährlich für gewöhnlich zwei Be- 
richte ein, den einen im Frühjahr zur Anzeige der erforderlichen Arbei- 
ten, den andern im Winter als Rechenschaft über das Geschehene. Man 
 Ein erheblicher Theil der von Hrn. Merimee erstatteten Berichte ist von 
ihm als Material für weitere archäologische Forschungen für den Druck bear- 
beitet und in den folgenden Werken herausgegeben worden: Notes d'un voyage 
dans le midi de la Fmlnce (1835): Notes d'un voyagv dans Fuucst de la Fmnce 
(1335); Notes d'un voyaye en Auvergne (1838); [Votes d'un avnyagc cn Come- 
(1840). 
        

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