Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1504283
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Kunstreise 
im 
Jahr 
1845. 
dem Votum der Commission und auf den Antrag des Ministeriums Me- 
daillen, und zwar in zwei Classen, ertheilt, die erste Classe in Gold und 
für jedes Kunstfach nur einmal.  Ausserdem aber bewilligt die Regie- 
rung, ebenfalls nach dem Gutachten der Commission, an belgische Künstler, 
die sich auf den Ausstellungen durch 'I'alent und Fortschritte auszeichnen, 
sogenannte Encouragements, grüssere oder kleinere Geldbelohnungen, in 
Summen von 200 bis zu 1000 Francs. 
Da die Ausstellungen in Brüssel nur alle drei Jahre statt finden, so 
hat man die Einrichtung getroffen, dass andre grössere Ausstellungen in den 
(inzwischen fallenden Jahren zu Antwerpen und zu Gent veranstaltet wer- 
den. l-liebei ist jedoch die Regierung nicht betheiligt, vielmehr sind es 
die schon im Obigen genannten Socieifes (Fencouragement, welche dic- 
Selbell, Wie man mir Sagte, an beiden Orten veranlassen, und welche (la- 
bei ebenfalls goldne und silberne Medaillen für die ausgezeichnetsten 
Werke vertheilen. Kleinere Ausstellungen finden ausserdem zu Lüttich, 
Mecheln u. a. O. statt. Im Obigen erwähnte ich bereits der vortrefflichen 
und geräumigen Ausstellungssäle, die sich bei der Akademie zu Antwerpen 
befinden und die sowohl durch die zweckmässige Einrichtung des von der 
Decke einfallenden Lichtes als auch durch die einfach angemessene Vor- 
kehrung zum Aufhängen der Bilder ausgezeichnet sind; an den Wänden 
sind nämlich eiserne Stangen in horizontaler Lage befestigt, vor die 
Mauer vortretend und etwa je drei über einander, so dass man an ihnen 
die Bilder bequem befestigen kann, ohne (wie an andern Orten) die Wände 
durch das Einschlagen von Nägeln und Haken fort und fort zu beschä- 
digen.  Mit wie lebhafter Theilnahme man in den Städten selbst sich 
für diese Ausstellungen interessirt, beweist u. A. der Umstand, dass die 
Stadt Gent und die dortige Akademie auf den Maler Gallait und als "Zeug- 
niss der Bewunderung" seines Gemäldes der Abdankung Karls V., wel- 
ches sich auf der dortigen Ausstellung befand, eine beträchtlich grosse 
Medaille von  Zoll Durchmesser haben prägen lassen. 
Kunst-Lotterie 
für 
öffentliche 
Zwecke. 
Schliesslich ist noch einer wiederum sehr eigentliümliehen Einrichtung 
zu gedenken, die in Belgien stattfindet: einer unter Garantie der Regie- 
rung stehenden Lotterie zur Beschaffung von Kunstwerken für öffentliche 
Zwecke. Die Provinzen als solche (die jede ihren besondern Verwaltungs- 
Fonds haben), die Communen und die Kirchenfabriken vereinigen sich nem- 
lieh jährlich je nach ihrem Interesse für diese Sache, um durch Zeichnung 
auf Actien von 10 Francs einen sogenannten Fonds späcialpozer Peneoura- 
gewnent de la peintzzre historiqzee et de la SßlllptüTß zusammenzubringen, 
der gelegentlich auch noch durch Zuschüsse von Seiten der Regierung 
vergrössert wird. Nach dem Antheil, welchen die Provinzen, die Com- 
munen und die Kirchen an diesem Fonds haben, werden daraus für jede 
dieser drei Gattungen von Interessenten grössere und kleinere Sizmmen 
gebildet und die letzteren unter die Aetionaire verloost. Für die Gewinnste 
aber werden, je nach dem Wünsche und dem Bedürfnisse der Gewinner. 
durch die Vermittelung des Ministeriums des Innern die erforderlichen 
Kunstwerke bestellt. Als Nieten werden lithographirte Kunstblätter ver- 
theilt. So waren, um ein näheres Beispiel zu geben, im Jahre 1842
        

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