Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1504206
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KllnStlßiSß 
Jahr 
1845. 
Architekten nöthig ist, gelehrt. Die Knnst-Hantlwerker sollen gelegent- 
lieh an den höheren Stadien des künstlerischen Unterrichts Theil nehmen 
und in diesen Classen 'l'üchtiges leisten; ebenso aber sollen ltietiureh auch 
nur zu häufig unglückliche Halbkünstler erzogen werden. Im Allgemeinen 
klagt man, dass bei dieser grossen Menge von Kunstschulen gar kein ge- 
meinsames System obwaltet, sondern jeder Direktor ganz nach Gutdünken 
verfährt. Zu den wichtigsten Akademicen gehören zunächst die von 
Brüssel, Lüttich, Brügge, Gent, Namur. Mecheln, Löwen. 
Die letztere gilt als eine besonders wohl eingerichtete Schule; die Aka- 
demie von Gent wird als die vorzüglichste Anstalt in Belgien für das 
Fach der Architektur bezeichnet; die Akademie von Brüssel erfreut sich 
derjenigen Förderungen, welche sich an einem Orte, der der Sitz der Re- 
gierung ist, von selbst ergeben. Die Haupt- Akademie aber ist die von 
Antwerpen. Im Wesentlichen bestehen diese Anstalten aus Cornmunal- 
fonds; nur einzelne von ihnen erhalten Zuschüsse von Seiten der Staats- 
regierung. So ist es bei den Akademieen von Lüttich und Brügge der 
Fall, wofür der Regierung die Genehmigung der Wahl der Lehrer vorbe- 
halten ist. Andre Orte, wie z. B. Brüssel, haben die von der Regierung 
angebotenen Zuschüsse abgelehnt, um sich einer solchen Controle nicht 
zu unterwerfen. Bei der Akademie von Antwerpen wird die Hälfte des 
jährlichen Etats, der im Ganzen 50,000 Francs ausmacht, von der Stadt, 
die Ilälfte von der Regierung getragen; die Anstalt gilt desshalb als ein Staats- 
lnstitut. Im Uebrigen werden den einzelnen Akademieen gelegentlich kleine 
Unterstützungen von Seiten der Regierung bewilligt. Auch werden jähr- 
lieh von den Gouverneurs der verschiedenen Provinzen Berichte über den 
Zustand des Unterrichts jeder einzelnen Akademie und über die Thcil- 
nahme an demselben eingesandt und dabei die Bewilligung von Medaillen 
für die jährlich stattfindenden gexriiiinlichcn Cuncurrenzen in Antrag 
gebracht; indem sich die Regierung die Ertheilnng dieser Medaillen vor- 
behalten hat, gewinnt sie wenigstens so viel, dass sie durch die tiesfalls 
erforderlichen Berichte eine Uebersicht des Ganzen und die Gelegenheit 
behält, im besondern Nothfall einschreiten zu können. Ausser den 25,000 
Francs, welche die Regierung für die Akademie von Antwerpen verwendet, 
steht-m derselben noch andre 25,000 Francs zur Unterstützung der übrigen 
Akademieen zu Gebote. Die gestimmten Kunst Angelegenheiten ressortiren, 
soweit sie die Staats-Regierung betreffen, von dem Ministerium des Innern_ 
Akademie 
V01] 
Antwerpen. 
Die Acadänzie royale oder Koninglylce Akademie von Antwerpen er- 
freut sich eines glänzenden Aufsehwunges und bestrebt sich. dem Begrifle 
einer Kunst-Universität nach den Anforderungen der heutigen Zeit mög- 
lichst nahe zu kommen; doch hat auch sie den dreifarheil Zweck, sowohl 
zur allgemeinen artistischen Bildung der Jugend, als zur künstlerischen 
Ausbildung der Ilandwerker, als auch, und vorzugsweise, zur höheren und 
eigentlichen Kunstbildung zu dienen. lm Jahre 1841 ist die Akademie 
vollständig neu organisirt worden. Sie hat in demselben Jahre unter kö- 
niglicher Genehmigung ein Statut erhalten, welches in manchen Punkten 
bereits wesentlich von den bei älteren Akademieen getroiienen An- 
ordnungen abweieht und eine neue Bahn verzeichnet, während andre
        

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