Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1504070
ust-Al 
xstalten 
Frankreich 
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(lebensgrosse Köpfe mit besonderem gegebenem Ausdruck); endlich für 
Historienmaler ein Concurs in gemalten lebensgrossen Ha]bfigu1-en_ Der 
Preis des verletzt genannten Concurses besteht in der Summe von 100 
Francs, der des letztgenannten in der Summe von 300 Francs; die Preise 
der übrigen Concurrenzen in Medaillen, und zwar Medaillen von drei Clas- 
sen, deren Gewinn und die darauf beruhende Classification, sowie ausser- 
dem der Erfolg ehrenvoller Erwähnung („Zllerttz'0n") den sämlntlichen Con- 
currenzen wiederum eine vielfach vermehrte Nüancirung giebt.  Die 
zweite Section, die der Architekten, hat ebenfalls eine sehr grosse Anzahl 
von Concurrenzen. Die Schüler zerfallen zu diesem Behuf, je nach den 
Erfolgen ihrer Studien, in zwei Klassen. Die zweite Classe hat jährlich 
zwei Coneurse in der Mathematik, drei in der Construction (für Steinn 
Hoiz- und Eisen-Construetion) und zwölf in der architektonischen Com- 
position; die erste Klasse hat einen Uoncurs in der Perspektive, einen in 
der Construction und zwölf in der Composition. Auch hier werden, ausser 
der ehrenvollen Erwähnung, Medaillen zu drei Klassen vertheilt, was. wie 
bei der ersten Section, zur erheblichen Nüancirung der einfachen, in den 
Coneurrenzen erreichten Erfolge dient.  Gewiss tragen die Concurrenzen 
wesentlich dazu bei, die jungen Künstler zum anhaltenden Fleisse zu 
gewöhnen, wie denn überhaupt die französischen Künstler wegen ihres 
Fleisses allgemein gerühmt werden. Die richtige Weise der 'l'hätigkcit 
scheint mir damit jedoch kcinesweges verbürgt, und noch viel weniger 
möchte ich behaupten, dass eine Thätigkcit, die fort und fort nur im Hin- 
blick auf die äusseren Erfolge betrieben wird, für die künstlerische Aus- 
bildung wahrhaft heilbringend sein könne. 
Das Lehr-Personal der Akademie besteht aus sieben Malern und fünf 
Bildhauern, welche abwechselnd den Zeichnen-Unterricht der ersten Section 
leiten (so dassgeder von ihnen hiebei jährlich einen Monat lang beschäf- 
tigt ist) und die Jury bei den Concurrenzen der ersten Section ausmachen 
aus den Pfßfessßrßn für Anatomie, Perspective. Geschichte und Alter: 
thiimef, und 51118 fünf Professoren für die architektonischen Lehrfächer, 
welchen letzteren, zur Bildung der Jury für die Concurrenzen der zweiten 
Section, eine aus zwanzig Architekten bestehende Commission zugeselltist. 
Bei eintretender Vacanz wählen die übrigen Professoren den Nachfolger, 
unter Vorbehalt der Genehmigung des Ministeriums. Den Vorsitz in den 
gewöhnlichen, alle Monat stattfindenden und in den ausserordentlichen 
Versammlungen der Professoren hat der Präsident, der sein Amt auf Jah- 
resfrist verwaltet, und der in Behinderungsfällen durch einen Vice-Präsi- 
denten vertreten wird. Der Vice-Präsident ist stets designirter Nachfolger 
des Präsidenten. Er wird von den Professoren jährlich, beim Abgange des 
Präsidenten, aus ihrer Mitte gewählt und dem Ministerium darüber Anzeige 
gemacht. Das Amt des Präsidenten besteht zunächst darin, die Verhand- 
lungen in diesen Conferrenzen mit den üblichen Formen in geregeltem 
Gange zu erhalten; doch ist er so wenig vor seinen Collegen bevorrechtet, 
dass er bei Stimmengleichheit nicht den Ausschlag geben darf; vielmehr 
muss in solchem Falle die Abstimmung so lange wiederholt werden, bis 
eine Entscheidung erfolgt ist. Im Uebrigen zeichnet der Präsident die 
Wichtigsten der von der Ecole ausgehenden Schreiben, namentlich die, 
welche eine finanzielle Verantwortlichkeit erfordern. Der eigentliche Chef 
für die innere Verwaltung ist der Sekretär; die Stellung derselben ist so 
selbständig, dass er über die Angelegenheiten der Anstalt mit dem vorge-
        

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