Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1500026
Berichte, Kritiken, Erörterungen. 
bogiges Kirchlein bei Espalion aus, dessen Chor in schönen und an- 
sprechenden Verhältnissen erbaut ist. 
Es wäre wohl zu wünschen, dass auch Einige von unsern Künstlern 
ihre reichen Skizzenbücher auf ähnliche Weise zugänglicher machten. Wir 
würden zeigen können, dass es auch unserm Vaterlande so wenig an in- 
teressanten landschaftlichen und geschichtlich bedeutsamen Punkten man- 
gelt wie an kunstgeübten Händen zu deren Aufnahme. 
Malerei. 
Berlin. 
(Museum 
1833, 
26 
Im Altelier des Landschaftmalers Krause sahen wir kürzlich ein See- 
stück von ausgezeichneter Arbeit, einen jener Fiords, jener Binnen- oder 
Küstenwasser darstellend, welche, durch Klippen von dem olfnen Meere 
getrennt, den Schiffen so leicht Gefahr bringen. Bewegte, kurz gebrochne 
Wellen, von einigen Schiffen durchschnitten, bedecken die weite Fläche 
bis zum Horizont, der durch einen schmalen Küstenstreif gebildet wird; 
meisterhaft ist die Beweglichkeit des Elementes, seine Tiefe und Durch- 
sichtigkeit, der darüber hinfahrende und den Schaum wegstäubende Wind 
aufgefasst und mit einer freien undunabhängigen Technik ausgeführt, 
welche wir so noch nicht in den früheren Bildern dieses ausgezeichneten 
Künstlers bemerkten und welche dies jüngste den treftlichsten Niederlän- 
dern anreiht.  
Herr Menschel, ein älterer Künstler, der sich bisher, wie wir hören, 
nur mit dem Restauriren alter Oelgemälde beschäftigt hat, auf der vorigen 
Berliner Ausstellung indess bereits durch einige vortrefflich gearbeitete 
Portraits Aufmerksamkeit erregte, hat jüngst u. A. das Portrait einer Dame in 
weissem Atlasskleide vollendet, welches, abgesehen von der charaktervollen 
Aehnlichkeit, durch seine grosse Gediegenheit einer jeden Sammlung zur 
Zielde gereichen dürfte. Naivetät, Grazie und Eigenthümlichkeit in der 
Bewegung, vortreffliche Ausfüllung des gegebenen Raumes und vollkommene 
Abgeschlossenheit in demselben (es ist nur Brustbild mit Händen), eine 
meiSilßrlißhß Müdellirung, ein einfacher, besonnener und redlicher Auftrag, 
zugleich aber auch eine weiche Verschmelzung der Farben,  diesen For- 
derungen, welche gern an das Portrait eines höheren Ranges gemacht wer- 
den, ist hier auf's Vollkommenste entsprochen. Wir sind überzeugt, dass 
Herr Menschel sich in Kurzem eines sehr bedeutenden Rufes erfreuen wird  
Herr Bendemann hat das zweite Bild, dessen Ausführung ihm durch 
den Kunstverein für die Rheinlande und Westphalen angetragen ist, voll- 
endet. Der Gegenstand ist nicht ein heroischer oder tragisch erschüttern- 
der, wie jenes erste Werk, die gefangenen Juden in Babylon, oder wie 
einzelne andre Compositionen des jungen Meisters; es ist ein lyrisches 
Bild, einfach in seinen Intentionen, aber nicht minder anziehend, nicht 
minder das Gemüth des Beschauers rührend und ihn in eine idealere Welt 
cmporhebend. Es stellt zwei Jungfrauen dar, welche den Gipfel eines
        

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