Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1500010
Der Dom 
etc 
in Erfurt. 
dans 
d'un Voyage 
Souvenirs 
midi 
de 1a France. 
33 
solche Weise gezeichnete Blätter von Schinkel, dieses grossen Meisters 
vollkommen würdig, bezeugen zur Genüge, wie viel darin zu leisten ist. 
Das vorliegende Blatt. das uns von einem geehrten Kunstfreunde als 
das erste Kunstblatt bezeichnet wird, welches Hr. A. Klaus gearbeitet, 
zeigt uns in diesem jungen Künstler ein tüchtiges Talent für die gewählte 
Manier und verspricht Vieles für deren weitere Ausbildung. Es hat im 
Ganzen eine gute Haltung; im Einzelnen, namentlich an den l-Iäusern des 
Mittelgrundes, wird bereits jene sichere und freie Führung der Feder be- 
merkbar, welche sich zum Theil mehr mit blosser Andeutung begnügt und 
für diese Art der Zeichnung als charakteristisch verlangt wird. Wir wissen 
es dem Zeichner Dank, dass er einen so ansprechenden Gegenstand zu 
vervielfältigen unternahm. Wie das eigentliche Gebäude des Domes selbst 
mit seinen reichen Fensterrosen ein sehr interessantes Monument ist, so 
giebt nicht minder die Lage desselben und die Art, wie Hasenptlug diese 
aufgefasst hat, ein ansprechendes Bild. Ueber den mächtigen, mit zier- 
lichen Geländern gekrönten Substructionen ruht der Chor des ehrwürdigen 
Domes; seitwärts ziehen sich die Terrassen mit ihren Treppen empor und 
über den, an den Berg hingelagerten Nachbarhäusern erheben sich die 
Thürme der Severi Stiftskirche mit ihren leichten, schlanken Spitzen. 
Souvenirs d'un Voyage dans le midi de laFrance, dessinäs (Papräs 
nature par Chapuy, et lith. par divers Artistes. 
(Museum 
1333, No 
Was bei landschaftlichen Gegenständen die Engländer im Stahlstich, 
das leisten die Franzosen mit der lithographischen Kreide. Unübertrotfen 
sind sie bis jetzt in der Weichheit und in dem verschwimmenden Dutt 
ihrer Fernen, noch mehr in der Wärme, ich möchte sagen, Farbe, welche 
über dem Ganzen ausgebreitet liegt. Sie wissen nicht minder den Stand- 
punkt und einen zweckmässigen Vorgrund wohl zu wählen; und wie die 
Engländer sich am besten auf einen nordisch phantastischen Wolkenhimmel 
verstehen, so fassen die Franzosen, ohne nach seltsamen Eiiekten zu 
haschen, mit Glück das klare Licht ihres heiteren Landes auf. 
Die vorliegenden Hefte, denen der rühmlichst bekannte Name des 
Zeichners zur genügenden Empfehlung dient, bestätigen das Gesagte. Sie 
enthalten eine Sammlung höchst interessanter Skizzen, zum Theil rein 
landschaftliche, zum Theil Aeusseres und Inneres von Architekturen. Die 
stillen, glänzenden Ufer der Rhone, die wilden Felshörner der Pyrenäen, 
romantisch gelegene Bauerhütten, Ansichten von Städten, von alten, zum 
Theil zerstörten Schlössern und Klöstern gewähren eine angenehm wech- 
selnde Unterhaltung. Unter diesen alten Architekturen findet sich man- 
Ches Bemerkenswerthe, was um so wichtiger ist, als die Franzosen erst 
einen geringen Theil ihrer mittelalterlichen Bauwerke bekannt gemacht 
haben. Neben verschiedenen Andern zeichnet sich besonders ein alt-rund- 
Kugler, Kleine Schriften. lll. 3
        

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