Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1502834
Schi; 
1kel's 
im 
Werke 
antiken 
Architekturstyle. 
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miihte sich, auch diesen nicht minder nach den Principien der classisehen 
Kunst umzubilden;  ob indess eine solche Umbildung im Allgemeinen 
zu den erwünschten Erfolgen führe, mag vorläufig dahingestellt bleiben. 
Für unmittelbare Aufnahme des sogenannten byzantinischen Baustyles, 
dessen Zweckmässigkeit für unsre heutigen Bedürfnisse durch einige der 
bedeutendsten Architekten in den südlichen und westlichen Gegenden 
unsres Vaterlandes vertreten wird, finden sich keine Beispiele unter Schin- 
kel's architektonischen Leistungen: wenn ich aber nicht irre, so dürfte 
das Resultat, auf welches jene Männer hinzustreben scheinen, sich am 
Ende mit den neuen Gestaltungen der classischen Kunst, für welche 
Schinkel die Beispiele gegeben hat, in harmonischer Weise vereinigen. 
Was in diesen Bemerkungen über Schinkcls Wirken im Fache der 
architektonischen Kunst im Allgemeinen gesagt ist, wird sich bei einer 
Uebersicht seiner Leistungen näher nachweisen lassen. Günstige Gelegen- 
heit zur Aufstellung einer solchen Uebersicht bietet die von ihm heraus- 
gegebene Sammlung seiner architektonischen Entwürfe, die gegenwärtig bis 
zum acht und zwanzigsten Hefte angewachsen ist, dar; wobei zugleich zu 
bemerken ist, dass diese Entwürfe, auch wenn sie nicht zur Ausführung 
gelangt, doch überall für die Ausführung bearbeitet sind, dass sie somit 
durchweg in unmittelbarer Beziehung zu den Interessen und Bedürfnissen 
der Gegenwart stehen, durchweg wenigstens die Bestimmung hatten, aus 
dem Gedanken des Künstlers verkörpert in das Leben der Gegenwart 
hineinzutreten. Am zweckmässigsten ist diese Uebersicht nach dem Cha- 
rakter der einzelnen Entwürfe anzuordnen; eine Anordnung, welche etwa 
vorzugsweise besondere Entwickelnngsinomente des Architekten selbst be- 
obachtete, ist hier im Ganzen minder passlich, einmal, weil es bis jetzt 
überhaupt (wie bereits oben bemerkt) seine Schwierigkeiten hat, diese 
Entwickelungsmomente genügend nachzuweisen; sodann und vornehmlich 
desshalb, weil die ausgedehntere Wirksamkeit SchinkeYs, von deren Be- 
ginn diese Mittheilungen anfangen, die Stufen der Vorbereitung schon 
hinter sich hat und er überall den als gültig anerkannten Principien treu 
bleibt. In den frühsten wie den spätesten Heften ist es der Styl der grie- 
chischen Architektur, in welchem Schinkel sich mit ebenso inniger Hin- 
gcbung wie mit freier Meisterschaft bewegt. Doch ist zu bemerken, dass 
die aus diesem Elemente hervorgebildeten neuen Formen mehr den spä- 
teren Heften, die Versuche einer Aneignung des gothischen Styles fiir die 
cigcnthümlichc Richtung mehr den früheren angehören. 
Werke 
im 
antiken 
Architekturstyle. 
Ich beginne mit der kurzen Betrachtung eines Entwurfes, welcher 
nicht in der genannten grösseren Sammlung; sondern in einem eigenen, 
kürzlich begonnenen Praehtwerke erschienen ist,  des Entwurfes für das 
Königsschloss von Griechenland, das auf der Akropolis Athens 
aufgeführt werden sollte 1). Diese Arbeit eignet sich vorzugsweise, obgleich 
auf 12 Bmter" im grüsstun Folioformat, bildet 
„Werke der höheren Baukunst, für die Ausfüh- 
  Der genannten Entwurf, 
die drei ersten Lieferungen der
        

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