Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1502517
Die 
Düssuldorfer 
Malerschule in 
Jahren 
1ss4, 
1835 
1836. 
283 
aus; er legt sie den zunächst Betheiligten in den Mund, aber er lässt 
zugleich seine eigne Meinung zwischen den Zeilen, deutlicher in den 
nachfolgenden Reeensionen, die das Verdienst der Rheinländer und West- 
phalen nicht selten auf Kosten der Ostländer hervorheben, Ziemlich deut- 
lich erkennen. Uns, die wir mit den Privat-Verhältnissen der Schule 
nicht bekannt sind, steht hier kein Urtheil zu; wir werden im Folgenden 
sehen, was näher Betheiligte erwidert haben. Bedauern aber müssen wir 
es, dass eine Schrift. wie die vorliegende, an sich gewiss wenig geeignet 
sein kann, für die Lösung jener Missstände, falls sie sich wirklich in der 
angeführten Art kund gegeben. mitzuwirken. 
Doch theilt der Verfasser Behufs dieses Zweckes einen Plan mit, den 
wir, wenigstens seiner Ergötzlichkeit wegen, nicht übergehen dürfen. Nur 
ein Mittel (so sagt er) wüsste ich, dem Künstlerlebcn seine würdige Ruhe 
zu geben, es besteht darin, dass eine strenge, ernste Kritik unsrer Schule 
sich annimmt. eine Kritik, welche ebenso klar und deutlich, als wissen- 
schaftlich und tief etc. etc. die Interessen der ganzen Kunst ins Auge fasst. 
Zu einer solchen Kritik, meine ich, müssten wir uns aber noch anders 
zusammenfinden. Nirgend scheint mir eine collegialische Ver- 
fassung nothwendiger. Etc. etc. Wir sind diese Kritik der Schule 
schuldig, wir müssen sie schon der Lehrer willen veranstalten, damit 
diesen das schwere Amt erleichtert werde. Aber die Kräfte?  Sie werden 
nicht fehlen. Es ist ja Alles der Einigkeit soleicht, lasst uns doch einig 
sein, lasst uns doch anfangen! Die Ausstellung ist zu gewissen 
Zeiten nur denjenigen offen, welche zu der zu schaffenden 
Gesammtkritik beitragen wollen. Wer zu dieser Zeit Ein- 
tritt findet, muss sein Urtheil über die Kunstgegenstände 
geben. Es wird so lange diskutirt, bis man über die äus- 
sersten Gründe einig ist. Die Gründe werden mit dem Resul- 
tat gedruckt, letzteres entscheidet auch über den Ankauf 
der Kunstprodukte."  Wir dürfen es dem geneigten Leser selbst 
überlassen, sich die praktische Ausführung eines solchen Planes sarnmt 
den Folgen, die daraus entspringen würden, zu vergegenwärtigen.  
Natürlich musste die genannte Schrift, rücksichtlieh ihrer „Vorbemer- 
kungen", in Düsseldorf und der dortigen Umgegend einige Sensation machen 
und eine Prüfung der vorausgesetzten Thatsachen, welche den Verfasser 
befugt, sich zum Sprecher einer angeblich unterdrückten Partei aufzuwer- 
fen, veranlassen. Dies ist zunächst durch zwei einfache öüentliche An- 
zeigen in der Düsseldorfer Zeitung (Juni d. J.) geschehen. Die eine rührt 
von Seiten des Kunst-Vereines her und weist es durch Zahlenverhältnisse 
nach, dass  wenngleich es nicht die Absicht des Vereines Sßia nach 
101531911, sondern nur nach rein künstlerischen Interessen anzukaufen  
gleichwohl die Rheinländer und Westphalen wesentlich bevorzugt. und 
dass ebenso (was Hr. Fahne dem Verein gleichfalls vorgeworfen) die Geld- 
mittcl des Vereines keinesweges in irgend überwiegendem Maasse zu öf- 
fentlichen Zwecken verwendet worden sind 1). Die andre Anzeige war 
von der Düsseldorfer Kunst-Akademie ausgegangen, widersprach zunächst 
der Behauptung, dass die Akademie speziell für die Rheinlande und West- 
phalen gestiftet sei und wies es sodann wiederum durch Zalilenverhältnisse 
tere, 
1) Aber ist das eine 
gefordert wird? 
grossartige Zeit, 
wo eine Erklärung, 
diese letz- 
wie
        

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