Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1502506
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Berichte, 
Erörterungen. 
Kritiken, 
cher, thcils schlanke Bäumchen mit ihren Blumenkronen; im Ilintergruudc 
sieht man den Gang einer Wcinlaube, über den sich höhere Bäume und 
das Gebäude einer Dampfmaschine erheben; der Himmel ist mit grauen 
Wolken bedeckt, und dient in solcher Färbung dazu, den Glanz des Vor- 
grundes noch mehr hervortreten zu lassen. Mit grosscr Kunst sind hier 
die mannigfaltigsten Rosengattungcn zu einem malerischen und für das 
Auge wohlgefälligen Ganzen vereinigt; die Centifolie und die weisse 
Rose, diese in verschiedener Abstufung jenes leis röthlichen Anhauchcs 
im Innern, der ihr einen so eigenthümlichen Reiz giebt, herrschen vor; 
mehr in der Tiefe und weiter zurück zeigen sich dunkler gefärbte, gelbe, 
orangefarbige u. a. Rosen. Hier und da flattern Schmetterlinge um die 
Blumen her. In solcher Art spiegelt sich in dem Bilde jene liebliche 
Verwirrung, die unser Auge bei dem Einblick in reiche Blumengärten an- 
zieht, die aber hier durch schöne Harmonie der Gegensätze zugleich in 
beruhigender Weise gelöst ist. Für die Meisterschaft der Ausführung 
bürgt der Name des Künstlers. Selten dürften Blumenstückc von so gros- 
sem Maassstabe vorkommen: in dem angemessenen Lokale eines grossen 
Prachtsaales denken wir uns dasselbe von erfreulichster Wirkung. 
Die Düsseldorfer Maler-Schule in den Jahren 18341 1335 Ulld 
1836. Eine Schrift. voll flüchtiger Gedanken, von A. Fahne. Düssel- 
dorf, 1831. 
(Museum 
1837, 
Wiederum ein Buch (es enthält 178 Seiten), bei dessen Lesung Re- 
ferent seine Zeit hingegeben, damit es Andre nicht weiter nöthig haben. 
Den Hauptbestandtheil bilden Recensionen, die vermuthlich bei Gelegen- 
heit der, im Titel namhaft gemachten Ausstellungsjahre für irgend ein 
Journal niedergeschrieben wurden und die, wie heftig der Verfasser auch 
gegen die ungebildete Subjectivität seiner Collegen eifert, sich doch eben 
nicht sonderlich über denselben Standpunkt erheben. Wichtiger dürften 
die „Vorbemerkungen" (S. 5-57) erscheinen, in denen, ausser den Prin- 
cipien des Verfassers, eine Art Geschichte der gegenwärtigen Düsseldorfer 
Schule geliefert wird,  d. h. jedoch nur eine Geschichte der Privat- 
Verhältnisse dieser Schule, der Elemente, aus denen dieselbe sich gebildet 
hat, und der Missstände, welche aus der verschiedenen Natur dieser Ele- 
mente hervorgegangen sein sollen. Der Verfasser giebt als den Grund der 
letzteren die Opposition der Rheinländer gegen die aus den östlichen 
Provinzen herübergekommenen Künstler an; letztere sollen von Seiten der 
Akademie wie des rheinisch-westphälischen Kunstvereines (in Folge dessen 
auch von Seiten der öffentlichen Kritik) auf eine ungebührliche Weise 
bevorzugt und dadurch der zunächst in Anspruch zu nehmende Einfluss 
der Akademie, als künstlerischer Bildungsanstalt für die westlichen Pro- 
vinzen des preussischen Staates, wesentlich beeinträchtigt worden sein. 
Zwar spricht der Verfasser diese Anschuldigungen nicht ohne Vorsicht
        

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