Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1502450
Lewis's 
Illustrations 
aple. 
of Gonstantilu 
277 
Aus der Thür der Kirche, zunächst. im Vorgrunde, sind soeben einige 
Leute herausgetreten. Die Hauptfigur ist die eines jungen Mädchens, wel- 
ehes man im Profil sieht, und welches gesenkten Blickes, mit leichten 
jungfräulichen Schritten hingeht. Hinter ihr sieht man ein altes Mütter- 
chen und hinter dieser, noch in der Kirchthüre, einen kräftigen jungen 
Mann. Zur linken Seite erblickt man die Reihe der Vorausgegangenen, 
die den Berghang hinabschreiten, und an denen, je nach ihrem verschie- 
denen Alter, das mehr oder minder Gemessene des Schrittes vortrefflich 
beobachtet ist. Das ganze Bild athmet eine schöne sonntägliche Stimmung, 
das Gefühl einer erbaulichen Sammlung, welche aus dem Gotteshause mit 
in das Leben hinabgetragen wird, zugleich aber auch (ohne die gefahr- 
volle und gegenwärtig so oft beliebte Klippe des Sentimentalen zu berüh- 
ren) eine volle Gesundheit und frische Naivetät, so dass es auf den Be- 
schauer den wohlthuendsten Eindruck hervorbringt. 
Lewis's Illustrations of Constantinople, made during a Residence 
in that City etc. in the Years 1835-6. Arranged aud Drawn on Stone 
from the original Sketches of Coke Smyth by John F. Lewis. London. 
Gr. F01. 
(Museum 
1837 
Unter den, rücksiehtlich der Zahl noch immer nicht sehr bedeutenden 
Leistungen englischer Lithographie haben wir das vorstehend genannte 
Werk als eins der interessantesten und eigenthümlichsten hervorzuheben. 
Die in demselben enthaltenen Darstellungen sind in einer eben so leichten 
wie gefälligen Weise behandelt, die, wenn sie freilich auch nicht scharf 
und vollendend in das Detail eingeht, so doch eine vortreffliche Wirkung 
im Ganzen hervorzubringen geeignet ist und für mehr skizzirte Scenen 
der Art wohl eine weitere Anwendung verdienen dürfte. Die Blätter sind 
auf einer gelblichen Tonplatte mit ausgesparten, aber im Einzelnen (z. B. 
in den Wolken) zugleich vortrefflich abgetonten Lichtern gedruckt; die 
Zeichnung mit der schwarzen Kreide giebt sodann nur in einer leichten 
Weise die Umrisse und die bedeutenderen Schattenpartieen. Auch bei 
uns sind wohl ähnliche Blätter geliefert worden, doch sind uns keine Bei- 
Spielß bekannt, in denen sich eine ähnliche Behandlung der Lichter, ähn- 
liChe Kraft derselben und, wo es nöthig ist, ähnlich zarte Nüancirung 
bemerkbar macht.  In 28 Darstellungen, deren jede, bis auf ein Paar 
unbedeutende Ausnahmen. ein grosses Blatt einnimmt, werden uns Ansich- 
ten von Constantinopel und seinen Umgebungen, aufs Mannigfachste mit 
der eigenthümlichen Statfage belebt, oder selbständige Scenen des dortigen 
Volkslebcns vorgeführt. Die reizvollen Ufer des Bosphorus, an denen 
sich die mächtige Stadt hinbreitet; Bilder des Hafens mit dem bunten 
Verkehre der Schiffer; die stolzen Moscheen mit den emporgewölbten 
Schaaren ihrer Kuppeln und mit den schlanken Minarets; die überaus 
zierlichen Brunncnhäuser mit ihren weitausladcndcn Schattendächern; 
        

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