Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499928
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Berichte, Kritiken, 
Erörterungen. 
des Bildes, die Arme Cmpürbreitend, kniet. In der Mitte des Bildes steht 
ein Altar, über den man, durch das geöffnete Portal, in eine öde Winter- 
gegend hinaussieht; neben dem Portal aber ist ein blühender Rosenstraueh, 
und aus den Wolken, welche jene heilige Vision tragen, fallen Rosen 
nieder auf den.Altar. Zur Seite des Franciscus stehen zwei Engel mit 
Pilgerstäben, deren einer in seinem Gewande bereits einen Theil der Rosen 
trägt, welche Franciscus dem Papste zur Bestätigung der Vision und 
dessen, was ihm der Erlöser verheissen, (eines bestimmten Ablasses für 
diese Kirche), zu überbringen hat. Auf der andern Seite des Altares knieen 
zwei Ordensbrüdßf ÖGS Heiligen, denen das Wunder anzuschauen und mit 
zu bezeugen vergönnt war, 
Der Zeichner der vorliegenden Lithographie hat die Bestimmtheit und 
Zartheit, die Einfalt und Frömmigkeit, welche 0verbeck's Werken eigen 
Sind, mit Glück wiederzugeben gewusst; einfache und reine Schrafiirungen 
in den Schatten, grosse Lichtpartieen sind der nach keinem Effekt oder 
Sinnenreiz hinstrebenden Behandlung des Cartons, wir glauben auch des 
Gemäldes selbst, wohl angemessen. Es gehört dies Blatt mit zu jenen 
Grüssen, die aus dem Frieden, welchen der Meister sich erworben, mah- 
nend in unser vielfach bewegtes Kunsttreiben herübertönen. 
Karikatur der Engländer. 
(Museum 
1833. N0. 
Die Karikatur der Engländer scheint sich im Ganzen mehr nach einer 
gewissen phantastiSchen Richtung zu neigen. Schon der Name bezeichnet 
nicht sowohl eine unmittelbar aus den Hefen des Lebens gegriffene Dar- 
Stellung, als vielmehr eine solche, welche wesentlich der Laune und dem 
P1111110? des Einzelnen ihre Entstehung verdankt. Natürlich aber hat es 
eine solche Laune nur mit den Gemeinheiten und Thorheiten des Lebens 
Zll thlln, welche sie an die Stelle des Allgemeinen und Wahren zu setzen 
liebt und deren Nichtigkeit sie in solchem Widerspruche aufs Ergötzlichstc 
zu offenbaren weiss. 
Der Meister der englischen Karikatur ist heutiges Tages ohne Zweifel 
Cruikshßllk, auch bei uns vielfach bekannt durch seine Skizzen und 
Radirungen, durch seine Bilder zu W. Scott's Dämonologie, zu Chamisstfs 
Schlemihl u. s. w. Den früheren Arbeiten stellt sich sein neuestes Werk: 
"lllustrations of Smollet. Fielding und Goldsmith, in a series 
er ferty-one plates," würdig zur Seite. Eine unerschöpfliche Phan- 
tasie, welche sich in seltsamen Verzerrungen der Gestalten des gemeinen 
Lebens wohlgefällt, eine leichte und gewandte Nadel, welche stets den 
kühn umherschweifenden Gedanken zu folgen weiss, ist Cruikshanks Eigen- 
thum: fast allen seinen Figuren aber, 0b Schleehtigkeit oder 0b Dummheit 
 denn es giebt auch dumme Teufel  der Hauptzug ihres Characters sei. 
ist ein eiäenthümlieh diabolisches Gepräge gegeben. Wenn wir eine Reihe
        

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