Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1502343
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Kritiken, Erörterungen. 
Berichte, 
der Farbenbehandlung, welche gegenwärtig selten ihres Gleichen linden 
dürfte. Der wunderbare Totaleffekt, wie das Licht von den drei verklär- 
ten Gestalten, deren Gewänder in hellen, harmonisch gebrochenen Farben 
gehalten sind, und wie es vornehmlich von der leuchtenden Gloric des 
Erlösers ausgeht und die Wolken über ihnen und die Personen des Vor- 
grundes umspielt, ist durch die meisterhaftesten Mittel erreicht. Die ganze 
Luft des Bildes scheint vom Lichte erfüllt, so dass alle Schatten wiederum 
durch die mannigfachsten Reflexe erhellt werden, ja Manches, was wir 
wirklich als Schatten erkennen, andern beleuchteten Stellen an Helle des 
Farbentones nicht naehsteht; dabei aber ist dieser ganze magische Effekt 
wiederum so natürlich gehalten, als 0b sein Vorbild nicht in der Phantasie 
des Künstlers, sondern in einer wirklichen Erscheinung da gewesen wäre. 
Auch mag es schliesslich wohl zu bemerken sein, dass das Bild in einer 
überaus kurzen Zeit, somit fast ganz alla prima gemalt ist,  ein Umstand, 
der indess bei einem Werke, wo Alles, was der künstlerischen Ausführung 
angehört, gerade auf die grösste Unmittelbarkeit der inneren Anschauung 
ankommt, wohl nur fördersam sein kann. 
Wir können der Gemeinde, welche das Bild bestellt hat, zu dem Be- 
sitz eines Werkes, das wir den vorzüglichsten Leistungen unsrer Zeit zuzu- 
zählen kein Bedenken tragen, nur aufrichtigst Glück wünschen. 
Sculptur. 
(Museum 
m37, N0. 
302 
Thorwaldsens 
Werke. 1. Heft. Rom 1837. 
C. Flemming. F01. 
Leipzig 
und 
Glogau, 
„Wir legen dem Publikum (so heisst es in dem erläuternden 'l'exte des 
genannten Werkes) hier das erste einer Reihe von Heften vor, welche 
vorerst nur die neueren Arbeiten Thorwaldsens enthalten. Glückliche 
Umstände setzen uns in die Lage, dieses Werk unter des grossen Bild- 
hauers eigner Anordnung und speeicller Aufsicht über Zeichnung und 
Stich, sowie mit seiner eignen artistischen Beschreibung erscheinen zu 
lassen."  Diese Worte dürften hinreichend sein, um eine lebhafte Theil- 
nehme des kunstbefreundeten Publikums für das beginnende Unternehmen 
hervorzurufen, und in der That zeigen uns die, in radirten Umrissen aus- 
gefilhrten Blätter des ersten Heftes, in denen uns Cornpositionen des gros- 
sen Meisters aus den jüngstvertlossenen Jahren vorgeführt werden, aufs 
Neue jene bewundernswürdigen Eigenschaften, jene Sinnigkeit der Corn- 
position, jenen schlichten Adel, jene stille Anmuth der Darstellung, welche 
an den Namen Thorwaldsen geknüpft sind und auch das höhere Alter des 
Künstlers mit einer unverwelkliehen Jugend schmücken. 
Das erste der vorliegenden Blätter scheint nicht zu 'l'horwaldsens Com- 
positionen zu gehören; es enthält, in einem Medaillen, das Profilbildniss 
des Meisters mit der Beischrift: "Küchler de] et sculp." Die Züge des
        

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