Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1501705
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Berichte, 
Kritiken, 
Erörterungen. 
dungspunkt mannigfach ausgebreiteten Verkehrs.  Carlshafen. Das 
Thal eng, von felsigen, bewaldeten Bergen eingeschlossen; von einer An- 
höhe über dem kleinen Flüsschen der Diemel blickt man hinab; zur Linken 
Zieht ein enger Weg sich nieder, der zu der Diemelbrücke, an der Mün- 
dung in die Weser, und zu den neuen, fabrikartigen Gebäuden des offnen 
Städtchens führt; ein Bild menschlicher Thätigkeit und betriebsamen Fleisses 
inmitten einer ernsteren Natur, die aber durch den Spiegel des Haupt- 
stromes Leben und Bewegung erhält.  Polle. Neue Verbreiterung des 
Thales, durch welches sich zur Rechten der Strom in grossartiger Ruhe 
hin bewegt. Die Ufer von mehr wechselnden Gestalten; in der Mitte, auf 
einem leicht vorspringenden Hügel die malerischen, von hohen Bänmen 
umschatteten Ruinen des Schlosses, welches seiner Lage nach einst zur 
Herrschaft über die Umgegend wohl geeignet war. Seitwärts zur Linken, 
in friedlicher Ruhe, der Sitz der früheren Dienstleute, das Oertchen Polle. 
Das Ganze ungemein malerisch und ansprechend.  Die Schaumburg. 
Ein höchst anmuthvolles Bild. Von mässigen Hügeln blickt man in ein 
weitgebreitetes Thal hinaus; aus den Bergen. welche den Horizont umgrän- 
zen, kommt in mehreren hell aufleuchtenden Windungen der Strom hervor 
und zieht dann in langgedehntem Bogen zwischen den fruchtbaren Feldern 
hindurch. Zu beiden Seiten desselben mannigfache Ackertheilungen, hier 
und dort Dörfer und Städtchen verstreut. Im Mittelgrunde erhebt sich ein 
heiterer umwaldeter Hügel, auf dem Gipfel die Schaumburg, mit Thürmen 
und Herrenhaus emporragend, welche rings umher die Aussicht beherrscht. 
Hügel und Burg bilden einen treftlichen Mittelpunkt des schönen Ganzen, 
und die Ferne schliesst sich dem in klarer Fülle harmonisch an.  
Hameln. Ernste ruhige Bergzüge, vor denen der Strom in stiller Klar- 
heit vorübertliesst. In den Wellen spiegelt sich die Stadt mit ihren schlan- 
ken Thürmen und den zierlichen Brücken, welche sich, von beiden Seiten, 
der kleinen Insel inmitten des Flusses zuschwingen.  Rinteln. Ein- 
fachste Gegend, ohne Anspruch auf malerische Natur. Die Berge sind 
weiter zurückgetreten. Das breite Bette des Stromes füllt den Vorgrund; 
er ist von überdachten Weserschillen belebt, die theils ruhig hinabtrelben, 
theils stromauf durch Pferde gezogen werden. Jenseit die Stadt, deren 
hoher Kirchthurm, sowie einzelne Baumgruppen allein dem Auge Abwech- 
selung gewähren. Und doch ist das Ganze wieder in so unmittelbarer 
Wahrheit gehalten, dass auch hier die schlichten Verhältnisse menschlichen 
Verkehrs dem Gefühle des Beschauers lebendig vergegenwärtigt werden.  
Varenholz. Abermals ein gedehntes Thal, dessen Ferne von dem zarten 
Silberfaden des Stromes durchzogen wird. Die Bergzüge jedoch nicht ohne 
charakteristische Formen. Im Mittelgrunde das Dorf, welches sich seitwärts 
zu dem stattlichen Schlosse emporbaut, das mit seinen bunten Giebeln und 
Spitzen der Niederung zu gebieten scheint.  Porta Westphalica. 
Durch das mächtige Felsenthor, dessen Wände die Seiten des Bildes ein- 
fassen, strömt die Weser in breiten Windungen in die weite Ebene hinaus. 
wo die Berge und die Anmuth des Berglebens aufhören. In der Ferne 
lagert sich mit Thürmen und Thürmchen die feste Stadt Minden. Mannig- 
fache Alleen, mit zierlichen Pappeln bepflanzt, laufen durch die Ebene 
hin. Vorn lehnt sich ein Dörfchen in friedlicher Ruhe gegen den Sehroilcn 
Felsenhang, Auf einer Anhöhe, unter leichten Bäumen, sitzt ein Schäfer- 
knabe und blickt in die Weite hinaus.
        

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