Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1501320
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Kritikul 
Berichte, 
Erörterul 
der Vorder- und einer tretflichcn allegorischen Composition auf der Rück- 
Seite. 5) Die von Brandt gearbeitete schöne Medaille auf S. E. den Gene- 
ralpostmeister p. p. von Naglcr, ebenfalls Vorder- und Rückseite. 6) Eine 
Medaille mit dem Portrait v. KncbePs 7) Sieben geschnittene Steine mit 
verschiedenen Darstellungen. 8) Acht Medaillen aus der Zeit des späte- 
ren Mittelalters mit fürstlichen Portraits. 
Wir erkennen in diesen Arbeiten, die Hr. Wagner zur Empfehlung 
seiner Relief-Copirmaschine herausgegeben hat, eine ähnliche Behandlung, 
wie in den mit der Collas'schen Maschine gefertigten Blättern des bekann- 
ten Tresor de Numisvnatique et de Glyptiqzte: gleich starke, ursprünglich 
parallele Linien, die bei einer jeden Erhebung des Reliefs in geringerem 
oder stärkerem Grade auseinandertreten. bei einer jeden Senkung sich 
wieder zusammenziehen,  d. h. deren jede einzelne ein wirkliches Profil 
des Reliefs enthält,  wodurch denn ein vollständiges Facsimilc des Re- 
liefs, eine vollkommen genaue Nachbildung desselben mit durchgeführte- 
ster und richtigster Modcllirung entsteht. Nächst. dieser allgemeinen Eigen- 
schaft, wie eine solche überhaupt bei den durch eine richtige Maschine 
der Art bewerkstelligten Abbildungen erfordert wird, zeichnen sich die 
vorliegenden Blätter durch die grösste Reinheit, Klarheit und Ebenmässig- 
keit der Strichlagen aus, welche sowohl bei grösseren Darstellungen, wo 
die Striche ein höheres Relief befolgen, weiter von einander stehen, und 
stärker geätzt sind (namentlich bei No. 1), als auch bei den kleineren 
Abbildungen von zarterer und weicherer Ausführung, wahrzunehmen sind; 
am interessantesten jedoch bei No. 2, wo ein grösseres Bild von nicht 
starkem Relief mit feinen engliegenden Strichen ausgeführt und doch die 
vollkommenste Gleichförmigkeit erreicht ist. Wenn wir endlich noch hin- 
zufügen, dass die Linien einer jeden Platte gleich stark geätzt sind, dass 
nirgend zur Hervorhebung von Lieht und Schatten, eine verschiedene Kraft 
des Seheidewassers, nirgend eine Nachhülfe des Grabstichels ersichtlich 
wird, so muss uns schon der blosse Anblick dieser Probeblätter als Zeug- 
niss einer höchst wohlgelungcnen Maschine gelten. 
So ist es in der That, und wir haben den Werth derselben um so 
höher anzuschlagen, als sie ganz als eigne Erfindung des -Hrn. Wagner zu 
betrachten ist. Die Einrichtung der Collas'schen Maschine ist bisher be- 
kanntlich sehr geheim gehalten worden, und nur die damit gefertigten 
Abbildungen licssen auf das Princip, welches ihr zu Grunde liegen muss, 
Schliessen: dass nemlich diejenige Linie, welche sich über dem nachzu- 
bildenden Relief in vertikaler Fläche bewegt, durch eine besondere Ein- 
richtung gleichzeitig in der horizontalen Fläche, auf der zu ätzenden Platte, 
wiederholt wird. Versuche, die vor der Wagner-sehen Maschine zur Aus- 
führung ähnlicher Nachbildungen gemacht wurden, hatten wenig günstige 
Erfolge gehabt, Hr. Wagner,  im Bereiche der Kunsttechnila schon durch 
einen sehr vervollkommncten Liniirapparat bekannt, der auf der letzten 
Berliner Kunst-Ausstellung das Interesse der Kuustfreunrle, vornehmlich 
das der Königl. Akademie der Künste, erweckte,  hat die Gonstruction 
seiner Maschine ohne alle äussere Anweisung erdacht und ihr zugleich 
die wünschenswerthcste Vollendung gegeben. Sie ist einfach und elegant 
gebaut und bewegt sich in einer solchen Leichtigkeit, dass der Stift, wel- 
cher über dem eingespannten Relief hinläuft, dasselbe unter keinen Um- 
ständen gefährdet (selbst nicht, wenn es aus GyPS 11951611741 Wie das 
1m obenerwähnten Heft befindliche Blatt No. 2, welches über einem Gyps-
        

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