Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1501292
Ueber 
akademischen 
die 
Jhnstausstellungen 
V01! 
Berlin  
161 
nannten Jahre, dem letzten Lebens- und Regierungsjahre Irricdrichts u, 
wurde ihm, durch die thätige Fürsorge des damaligen Staatsrninisters, Frei- 
herrn von l-Ieinitz, ein neuer Boden und Nahrungsquell gewonnen. Als 
eins der ersten neuen Lebenszeichen des Instituts ist eben jene, am 
20. Mai eröiinete Ausstellung, zu betrachten, welche Einrichtung fortan 
wiederholt werden und solcher Gestalt ein öffentliches Zeugniss von der 
fortgesetzten Wirksamkeit des Instituts ablegen sollte 1). 
Zur Einleitung der ersten Ausstellung spricht sich das Vorwort des 
Verzeichnisses mit folgenden Worten aus: 
„Die Königl. Preuss. Academie der bildenden Künste zu Berlin hat 
seit ihrer Stiftung keine öffentlichen Beweise ihres Fleisses dargestellt, 
ob sie gleich im Stillen fortgearbeitet und manche grosse Künstler, auch 
andre geschickte Schüler erzogen hat, welche die Zeichenkunst bei ihren 
verschiedenen Handthierungen mit Nutzen angewandt haben. Nunmehr ist 
sie so glücklich gewesen, dass der Grosse König Friedrich, in den Tagen 
seines ruhigen Alters, ein gnädiges Auge auf sie geworfen, ihr manche 
vOttheile zugewandt, ihre alten Privilegien wieder erneuert und ihr an 
einem Minister einen Protecter gegeben, der, sie zu ihrem alten Glanze 
zu bringen, es sich zur Pflicht macht."  
„Zu diesem Ende ist auch eine öffentliche Ausstellung der Kunstwerke 
ihrer Mitglieder beliebt worden, so wie sie bei anderen Kunstacademien 
eingeführt ist. Die hiesige beseheidet sich, dass sie bei ihrer Wiederauf- 
lebung noch nicht mit so vielen Meisterstückcn hervortreten kann, als 
wenn ihr Flor einige Jahre gedauert hätte  auch haben die hiesigen 
Künstler eine solche öffentliche Prüfung ihrer Arbeiten sobald noch nicht 
vermuthet und also, sich gehörig dazu vorzubereiten, nicht Zeit genug 
gehabt." 
"Man hat also die Kunstwerke einiger verstorbenen Mitglieder der 
Academie, sonderlich derer, sich um das Wohl der Acadcmie verdient 
gemachten Directoren und Rectoren Werner, Terwesten, van Roye, 
Pesne und le Sueur, sowie auch einige Arbeiten einer T herbusch, eines 
Vaillant, Falbe, Glume, Reclam und" Dubuisson, welche ehedem 
berühmte Mitglieder der Academie waren, mit aufstellen lassen, wodurch 
gewissermaassen eine Geschichteder Kunst zu Berlin den Kennern vor Augen 
gelegt wird, welche patriotisch gesinnten Einwohnern nicht gleichgültig sein 
kann,  und wodurch zugleich die Verdienste jener verstorbenen Künst- 
ler, auch noch nach ihrem Tode, zur Aufmunterung der jetzt lebenden, 
verewiget werden. Auch hat man von Kunstliebhabern und einigen Züg- 
lingen der Academie, die sich durch ihren Fleiss auszeichnen, verschie- 
denes ausgestellt, und da die Academie in der Folge darauf Bedacht 
nehmen wird, diese und andre Künstler, sogar durch Preise, aufzumunterm 
so kann. man sich wohl mit der Hoffnung schmeicheln, dass die Berlinsche 
Academlc den besten auswärtigen gleich kommen wird; und hierzu wird 
selbst der gerechte Tadel so wie der eben so gerechte Beifall wahrer 
Kunstverständigen gewiss viel beitragen." U. s. w. 
,     
) Wrr bemerken berlautig dass der 20. M-' h d G b t t d 1  
wärtigen Direktors der Akadeneie, des Bildhauer? SQOG. grchäducf; äiäebfbsiätägäl 
1764), ist. 
Kugler, 
Kleine Schriften 
11
        

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