Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1492770
Bnsilikexxban. 
D er römische 
Basilika 
VOR 
Trier. 
Sänlenbau hat demselben eine neue Nahrung gegeben, und vornehmlich 
in der jüngsten Zeit haben sich Entwürfe und Ansichten geltcnrhzu ma- 
chen gesucht, welche das Gebäude der christlichen Kirche völlig wiederum 
in der Weise der antiken Basilika gestaltet Wlssen Wellen, um S0 das 
künstlerische Bestreben in den Urzeiten des Christentinlms, fienlflamals 
keine freie Entwickelung vergönnt war, auf seine reinen Pflnelplßn zu- 
rückzuführen. 
Hiebei kommt es natürlich vor Allem darauf an, Sieh V0l1 der antiken 
Basilika eine möglichst klare Anschauung zu verschaiien. Aber die hin- 
richtung derselben hat für uns bisher noch vieles Dunkle gehabt? w" 
kannten nur die allgemeinen Bestimmungen ihrer Anlage; für dm 3850"" 
derheiten der Ausführung lag uns keine nähere Anschauung vor. lell dFlTf 
somit hoffen, dass die folgenden Mittheilungen über einen Baurest aus den 
Zeiten des classischen Alterthums, der uns einer solchen Anschauung um 
ein Bedeutendes  und mehr als irgend ein andrer unter den uns be- 
kannten Resten der Römerzeit  näher führt, nicht ohne Interesse dürften 
aufgenommen werden. Sie beziehen sich auf denjenigen unter den merk- 
würdigen römischen Bauresten in Trier, der in die westliche Seite des 
ehemaligen churfürstlichen Palastes verbaut ist und der durch die Volks- 
Silgß, jedoch ohne weitere Begründung, zu einem Palaste Constantins des 
Grossen gemacht wird. Ich hatte vor Kurzem Gelegenheit, diesen Baurest, 
der entschieden nur eine Basilika gewesen sein kann, genau zu unter- 
suchen.  Ehe ich jedoch auf denselben näher eingebe, erlaube ich mir, 
dasjenige übersichtlich zusammenzustellen, was bisher über die Anlage der 
antiken Basiliken bekannt war, und was die Grundlage der folgenden 
Untersuchungen ausmachen muss. 
Die selbständige und charakteristisch eigenthümliche Ausbildung der 
Basiliken gehört den Römern an; sie errichteten dieselben für die gemein- 
samen Zwecke des kaufmännischen Verkehrs und der bürgerlichen Rechts- 
pilege. Die Basiliken bestanden demgemäss aus zwei Haupttheilen: aus 
dem Raum für das Publikum, der eine oblonge Grundfläche hatte und für 
den Handelsgcbrauch die eigentliche Börse bildete, und aus dem Tribunal, 
welches an jenen in der Form eines Halbzirkels, die Sitze der Richter 
umschliessend, angelehnt war. Die Ausdehnung, vornehmlich die des 
oblongen Raumes. musste natürlich, je nach den besonderen Bedürfnissen, 
auf die verschiedenartigste Weise wechseln. So haben sich einzelne Reste 
von Basiliken erhalten, welche den oblongen Raum nur klein und ohne 
eine, (lllrehBäulenarchitektur hervorgebrachte Abtheilung (d. h einschiffig) 
zelgen: zwei in Italien, in dem alten Aquino und zu Präneste, eine dritte 
unter den Ruinen von Palmyra in Syrien. lhnen ist als vierte die soge- 
nnnnte Basilika Sinciuiana in Rom hinzuzufügen, die später (unter dem 
Namen S. Andrea in Barbara) als christliches Gotteshaus benutzt ward; 
fließe lßt gegenwärtig nicht mehr vorhanden, doch haben sich Zeichnungen 
"Ü"  Anlage erhalten.  Reste solcher Art sind indess 
Yllchlngiielgnet, elfle höhere Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen; von 
Vmzughcher lvlifhtlhikelt, Zumal für die Städte, welche als die Brenn- 
Pllnkie des Iölnläßheil Lebens betrachtet werden müssen, sind nur diejeni- 
gen Basiliken, die eine grössere Ausdehnung und demgemäss eine glänzen- 
derc Einrichtung hattell- Den Berichten der alten Schriftsteller znfßlge 
dürfen wir annehmen, dass 111 solchen an den Langseiten innerhalb des 
oblengen Raumes Säulenstellungen angeordnet wareyy durch welche Sie]!
        

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