Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1492625
Rheinreise, 
1841. 
Erster 
Abschnitt. 
werden müssen. zu verständigen. lii Rücksicht hierauf ist aber zunächst 
mit derselben Entschiedenheit vorauszusetzen, dass die Bildwerke einer 
jeden einzelnen architektonischen Abfheilllng, indem Sie 501'611 dle Täum" 
lichen Unterschiede auffällig in besondre Cyklßn gekeimt Werdeni "m" 
sich im näheren Zusammenhangs Stehen müssen; "(a8 dann auch schon 
durch die flüchtige Ansicht des Monumentes und der in den verschiedenen 
Absätzen vol-hgrrschenden Charakteristik der Darstellungen bestätigt wird. 
Sodann dürfen wir annehmen, dass auch wohl Jede _S_eite des ganzen Mo- 
numentes, von oben nach unten betrachtet, gegenseitige Beziehungen ent- 
halten möge, Es kommt somit vornehmlich darauf an. 0b wir die Cyklen 
der ginzelnen Absatze des Denkmals (oder die ganzen Seiten desselben) 
von der Linken zur Rechten, oder von der Rechten zur Linken vorschrei- 
tend betrachten müssen. Da diese Darstellungen aber, in ihrcr Gesammt- 
masse, förmlich als eine Bilderschrift anzusehen sind, so scheint  bei 
einem Volke, welches gleich uns von der Linken zur Rechten zu schreiben 
gewohnt war  auch diese Folge die natürlichste zu sein Eine gewich- 
tige Bestätigung erhält diese Annahme durch die verschiedene Form jener 
menschlichen Köpfe, die an den Seiten des die Spitze des Monumentes 
krönenden Kapitäles, von den Schlangenknoten eingefasst, enthalten sind. 
Es ist bemerkt worden, dass in der verschiedenen Bildung dieser Köpfe 
die vier Alter des Menschen dargestellt sind; die vorschreitende Folge ist 
auch hier die von der Linken zur Rechten, so nämlichmdass der kindliche 
Kopf an der Ostseite, der Jünglingskopf an der htordseite, der männliche 
an der Westseite, der Greisenkopf an der Siidseite, der Hauptseite des 
ganzen Monumentes, enthalten ist. Unbedeiiklich wird eine Entwickelung 
der Gedankenfolge an so bedeutsamer Stelle, wo der Grundinhalt des 
ganzen Werkes zusammengefasst erscheint, nicht zufällig sein; wir werden 
gewiss nicht irren, wenn wir die Anordnung dieser Köpfe als den eigent- 
lichen Schlüssel zur Lösung der ebenberührten Frage betrachten, gleich 
ihnen in der Bilderfolge der einzelnen Cyklen eine Hindeutung auf die 
verschiedenen Stadien des Lebens oder auf die gleichartigen Entwicke- 
lungsmomente besonderer Verhältnisse annehmen, gleich ihnen auf der 
Ostseite beginnen und auf der Südseite schliessen. Dass die Hauptseite 
des Monumentes den jedesmaligen Schluss der einzelnen Cyklen enthält, 
ergiebt sich schon daraus, dass hier zunächst  wie an der obenbespi-o- 
chenen Dedicationstafel  die Bedeutung des Ganzen als eines Grabmonu- 
mentes, ausgedrückt sein musste. Dennoch ist zu bemerken, dass sich hier 
nicht bloss Beziehungen auf den Tod, sondern, ebenso natürlich, auch 
Darstellungen vorfinden, Welche als allgemeine Repräsentation der Bedeu- 
tung und der Würde des Geschlechtes oder der Person, welcher das Denkmal 
gewidmet war, zu fassen sein dürften; es sind die Darstellungen der Haupt- 
seite somit ebenso nöthig an den Anfang, wie an den Schluss der Betrach- 
tung eines jeden einzelnen Cyklus Zu Stellen- 
Wir betrachten die folgenden Darstellungen nach den verschiedenen 
Cyklen, welche durch die architektonischen Abtheilungen gebildet werden, 
und beginnen mit den obersten, welche sich den Figuren der Bekrönung 
zunächst anreihen. Da von dem, was über den SPÜZCII und Ecken der 
Giebel angebracht war, nichts erhalten ist, und da die schwachen Reste 
figürlicher Darstellung auf den würfelförmigen Vorsprüngen der Giebel- 
ecken (wie bereits bemerkt) keine Deutung mehr zulassen, so haben wir 
es zunächst mit den im Einschluss der Giebel enthaltenen Reliefs zu thun.
        

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