Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499010
Notice des 
Emaux exposäs 
dans les 
Galeries 
du 
du 
Musäe 
Louvre. 
709 
Elnaillen mit vollständig ausgesparter Zeichnung Bewirkte im kostbaren 
Stoff durch das umgekehrte Verfahren erreichten, indem nämlich die Gold- 
conture, welehe die einzelnen kleinen Farbentlächen trennen sollten, auf 
die Platte erhaben aufgelöthet wurden. Beide Gattungen gehören beson- 
ders der byzantinischen Kunst oder deren wirklicher Nachahmung au; eins 
der Hauptwerke der letzteren ist die berühmte Palla d'oro in S. Marco zu 
Venedig.  Eine dritte, wesentlich abweichende Gattung ist die der Relief- 
Emaillen, der Emauw de basse taille. Diese führt den Blick zunächst 
nach Italien und zu einer höheren künstlerischen Absicht. Die bildliche 
Darstellung wird hier in zartem Relief gearbeitet und sodann mit einer 
Lasur leuchtender Ernailfarben bedeckt, welche, dünner an den erhabenen 
Stellen, voller und somit schattiger in den Tiefen, ein zierliches malerisches 
Spiel hervorbringen. Es ist vornehmlich diese elegante Technik, die in 
der letzten Zeit des Mittelalters, auch noch in der der Renaissance, eigen- 
thümlich anziehende Werke hat entstehen lassen 1). Auf die einzelnen 
Anführungen des Verfassers in Betreff des Einzelnen, auch der Mischgat- 
tungen, welche aus zufälliger Verbindung des Einen mit dem Andern ent- 
Stehen, näher einzugehen, würde uns hier zu weit führen. 
Alles bisher Besprochene (120 Seiten des vorliegenden Werkes) bildet 
fast nur die Einleitung zu dem Folgenden, welches die Emaua: des peintres. 
die Maler-Emaillen behandelt, jene Arbeiten auf Kupfer-platten und 
den mannigfachsten Kupfergeräthen, in denen um den Beginn der moder- 
nen Zeit,  seit der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts,  die Technik 
des Emails zuerst zu einer eigentlich durchgebildeten, selbständigen Malerei 
benutzt und der alte Ruhm von Limoges erneut und zugleich zu einer 
höheren Stufe entwickelt ward. 
Die Ansicht des Verfassers über die Anfänge dieses Kunstzweiges, der 
in der That von der bisherigen Verwendung der Emailfarben so wesent- 
lich abweicht. ist ohne Zweifel vollkommen in der Natur der Sache und 
den Verhältnissen begründet. Es handelte sich zunächst um eine hand- 
werkliche, wohlfeile Nachbildung der künstlerisch anziehenden, sehr ge- 
schätzten und zugleich kostbaren Relief-Ernaillen; und es war nur der alte 
industrielle Sinn der Limousiner, der hierin Gelegenheit zur neuen Bethä- 
tigung fand. Statt: des zarten, aus kostbarem Metall gearbeiteten Reliefs 
wurde einfach eine Umriss- und Schattenzeichnung mit einem dunkeln 
Email auf eine Kupferplatte aufgetragen, dieselbe dann mit glänzenden 
Lasurfarben bedeckt und an den Stellen, wo bei den Relief-Emailleu der 
Grund deutlicher durchschimmerte, mit aufgesetzten Goldlichtern versehen. 
Es war die in der genannten Epoche zu höherer Selbständigkeit ausgebil- 
dete Glasmalerei, die solchem Verfahren die bequemen Mittel darbot; es 
 Ein Ilauptwerk italienischer Emailmalerei bildet das grosse, mit zahlrei- 
chen Tafeln geschmückte Reliquiar im Dome von Orvieto, dessen Darstellun- 
gen durch della Valle und düäginconrt herausgegeben sind. Es ist, nach in- 
Sßhriftlicher Angabe, von einem Ggldschmißd von Sieua, Meister Ugnlinn, und 
dessen Gehülfen im Jahre 1338 gefertigt werden. Für die Reisenden ptlegt es 
unsichtbar zu sein, indem der dasselbe umhüllende Schrein nur zu einer be- 
stimmten Festeszeit geöffnet, im Ilßbrigen aber durch vier, in verschiedenen 
Händen beilndliche Schlüssel VGISCMOSSSII gehalten wird. J. Labarte, a, a. 0-. 
p. 171 E, glaubt mit Bestimmtheit voraussetzen zu dürfen, dass die Tafeln die- 
Ses Werkes dem Fache der Relief-Emaillen angehören. Sollte darüber vielleicht 
enderweit eine sichre Auskunft zu schaffen sein?
        

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