Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1498963
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und 
Berichte 
Kritiken. 
schon einen ersten Ueberblick über die Geschichte jenes Kunstfaches, neben 
manchen nicht ganz unwichtigen Einzelbemerktrngen, gewähren. 
Seitdem ist Bedeutendes und Umfassendes für die Geschichte der Email- 
malerei, in technischem und künstlerischem Belange, geschehen. Die Fran- 
zosen namentlich, die in neuerer Zeit so viele Seiten der Kunstgeschichte 
des Mittelalters und der sich daran anknüpfenden Epochen mit glücklich- 
stem Erfolge bearbeitet, haben auch diesem Fache eine um so thätigertr 
Aufmerksamkeit zugewandt, als es sich hier sehr wesentlich um die Ehre 
ihrer eignen Heimat handelte. Denn es ist bekannt, dass der zierliche 
Luxus der Emailmalerei, zumal in Verbindung mit den übrigen Luxus- 
künsten, an welche er sich gern anschliesst, wie noch in der neueren Zeit, 
so das Mittelalter hindurch und in der Epoche der Renaissance in Frank- 
reich mit Vorliebe gepflegt ward. So ist in den letzten Jahren eine ganze 
Reihe von Schriften, zumeist von französischen Autoren, erschienen, die 
uns mit den Ursprüngen der Emailmalerei, mit der verschiedenartigen 
Weise ihrer Fabrikation und Verwendung, mit den lokalen Verhältnissen 
des Betriebes, mit den Persönlichkeiten der Künstler, welche darin einen 
Namen gewonnen, mit der Masse des Denkmälervorrathes näher bekannt 
machen. Das in der Ueberschrift genannte Werk des Hrn. de Labordc 
bildet den Schluss dieser Reihe, fasst die begründeten Resultate seiner 
Vorgänger übersichtlich zusammen und beruht zugleich, wie von dem 
Verfasser nicht anders zu erwarten war, auf eignen umfassenden Quel- 
lenstudien. 
Seinem nächsten Zwecke nach ist es ein Verzeichniss der aus 563 
Nummern bestehenden Sammlung von Emaillen, welche die Gallerieen des 
Louvre besitzen. Bei jedem einzelnen Stück ist vorerst die Form und 
Beschaffenheit, der bildliche Inhalt. die Grösse summarisch angegeben; 
dann folgt überall, in kleinerem Druck, eine ausführliche Beschreibung, 
in welcher alles "Eigenthümliche in Bezug auf Gegenstand und Behand- 
lung, inschriftliche Bezeichnung und Herkunft nachgewiesen ist. Die An- 
ordnung des Verzeichnisses ist historisch, mit den ältesten der vorhan- 
denen Arbeiten beginnend und mit den jüngsten schliessend. Doch hat 
sich der Verfasser hieran keinesweges genügen lassen. Es sind übersicht- 
liche Darstellungen der Epochen, Gattungen, Schulen, des Charakters der 
einzelnen Meister und ihrer Lebensverhältnisse eingestreut; es sind, wo 
dies erforderlich war, nähere kritische Untersuchungen hinzugefügt; es ist 
auf die entsprechenden Werke der Email-lilalerei in andern Sammlungen 
vielfach Bezug genommen und diesen in den Anmerkungen eine ebenfalls 
näher eingehende Einzelbetrachtung gewidmet. So verwandelt sich das 
Buch aus einem blossen Verzeichnisse in eine lebendige Geschichte des in 
Rede stehenden Kunstfaches, der als Hauptbeispiele die im Louvre vor- 
handenen Werke, als Nebenbeispiele die Werke andrer Sammlungen ein- 
gcreiht sind. So wird der, nur für den Einzelzweck bestimmte Wegweiser 
zu einem in das Ganze der Kunst- und Culturgeschichte eingreifenden 
Werke von wissenschaftlicher Bedeutung. 
Wir können dem Verfasser in der Menge seiner Einzelbeschreihungen 
nicht füglich nachfolgen; es mag aber wohl verstattet sein, auf seine all- 
gemeinen Betrachtungen und die Resultate, welche sich daraus ergeben, 
einige nähere Blicke zu werfen. Zunächst ist zu bemerken, dass er an 
dem Begriffe des Emails, als eines in der Ofenglut hervorgehrachten 
Schmelzes auf Metall.- mit Bestimmtheit festhält und somit nicht nur alle
        

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