Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1498914
Denkmale 
Mittelalters in 
Baukunst des 
der 
Sachsen. 
G99 
bänden herangewachsen und steht nunmehr als ein in sich geschlossenes 
Ganzes da, welches die Denkmäler eines der wichtigsten Theile des dem- 
sehen Vaterlandes, von der Frühzeit des Mittelalters bis zu dessen spätesten 
Ausläufern, in mannigfaltigen Abbildungen und gründlicher schriftlicher 
Darlegung umfasst, welches dem Beschauer den reichhaltigsten Genuss ge, 
währt; und für die Entwiekelungsgeschichte der Kunst und der Cultur 
bereits eine folgenreiche Bedeutung gewonnen hat. Es wird diese Bedeu- 
tung für alle Felgezeit beibehalten und dem Namen des Herausgebers das 
ehrenvollste Gedächtniss sichern. 
Wir haben noch über die letzten Lieferungen des Werkes und über 
den, das Ganze in systematischer Uebersicht zusammenfassenden Anhang, 
den der unermüdliche Fleiss des Herausgebers als eigentlichen Schlussstein 
hinzugefügt hat, näher zu berichten. Mit Lieferung 25 und 26 endet der 
Zweite Band der zweiten Abtheilung des Werkes, die bekanntlich der 
preussischen Provinz Sachsen gewidmet ist. Diese Lieferungen führen den 
Separattitel 
Mittelalterliche 
Bauwerke zu Wittenberg, 
Zeitz etc. 
Mühlberg, 
Ilnd enthalten,  ausser der Titelvignette mit der Ansicht des alten Schlosses 
Ranis, von Witthöft nach Patzsohke meisterhaft gestochen. und der Vignette 
Zum Gesammttitel des zweiten Bandes der genannten Abtheililng mit einer 
Ansicht des ehemaligen Rathhauses zu Erfurt, welches vor fünfzig Jahren 
abgerissen wurde und durch die malerische Erscheinung einfacher spätmit- 
telalterlicher Formen anziehend war,  7 Tafeln in F01. und 20 Seiten 
erläuternden Text. 
Von den Denkmälern zu Zeitz ist besonders die Crypta der Stifts- 
kirche interessant, die einen früh mittelalterlichen Charakter trägt:  die 
Basis der Säulen mit den beiden attischen Pfühlen und rohen, zumeist 
bandartigen Gliedern zwischen denselben; die Kapitale sämmtlich in ein- 
fachst roher Würfelform. eins mit ionisirenden Voluten, die auf die Seiten- 
flächen eingeritzt sind. Der Verfasser bemerkt, dass diese Crypta „ohne 
Zweifel" dem zehnten Jahrhundert angehöre; ein entscheidender Grund 
für diese Annahme ist indess nicht angegeben. Es dürfte minder gewagt 
xSeln, sie als einen Bau des elften Jahrhunderts zu betrachten, ausgeführt 
nach den Wirrnissen, welche die Verlegung des Bisthums von Zeitz nach 
Nanmburg (1030) und die Einrichtung eines Collegiatstiftes am ersteren 
Orte zur Folge hatten.  Ausserdem wird das nicht sonderlich bedeu- 
tende Rathhaus zu Zeitz, aus dem Anfange des sechzehnten Jahrhunderts, 
vorgeführt.  
Die Denkmäler Wittenbergs gehören der spätmittelalterlichen Zeit 
an. Der Text giebt die Uebersicht der Verhältnisse. Bildlich vorgeführt 
wird zunächst das Hauptportal der Stadtkirehe, aus dem Anfange des 
fünfzehnten Jahrhunderts, das in einer gewissen dekorativen Eleganz,  
in der durchgearbeiteten Verbindung horizontaler Sturze mit Spitzgiebeln 
 ein Beispiel der mehr schematisirenden Behandlungsweise des gothischen 
Baustyles giebt, welche die Steinmetzen dieser späteren Zeit ebenso liebten, 
wie sie von der Classe der schematisirenden Gothiker unsrer Tage vor- 
gezogen wird.  Dann eine Darstellung des merkwürdigen, ornamenti- 
Stisch und figürlich gCSChmüCktCn brülllvnen Taufbeckens von Herrmann
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.