Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1492472
Kunstwerke 
und 
Künstler in 
England und 
Paris. 
die dem sechzehnten Jahrhundert, namentlich dem Giulio Clovio ange- 
hören, zu gedenken. 
Die Betrachtung der Miniaturrnalereien führt zu den Werken der mo_ 
dernen Kunst, wie sich diese vornehmlich in den Staifeleigemälden darstellt, 
Die zahlreichen Gemäldesammlungen von England, die grosse Sammlung 
des Pariser Museums geben dem Verfasser den reichhaltigsten Stoff 7,11 
Bemerkungen, denen denn auch der grössere Theil seines Werkes gewid- 
met ist. Hier aber ist auch die Reihe dieser Darstellungen so gross und 
mannigfaltig, dass es unmöglich wird, auf die einzelnen Punkte einzu- 
gehen, und dass nur die allgemeinste Uebersicht gegeben vrerden kann- 
Von Werken der Entwikelungsperioden des vierzehnten und fünfzehnten 
Jahrhunderts kommt nicht eben viel vor, doch darunter Einzelnes von 
grosser Bedeutung; manche merkwürdige Bilder altitalienischer Meister 
(z. B. ein beglaubigtes von Sirnone di Martino in der Liverpool-insti- 
tution) werden näher besprochen, besonders aber manche sehr wichtige 
Bilder der flandrischen Meister dieser Zeit. Wie reiche Schätze von den 
grossen Meistern des sechzehnten Jahrhunderts in Paris und in den eng- 
lischen Sammlungen bewahrt werden, ist bekannt; ich müsste fast die ganze 
Nomenclatur der Kunstgeschichte jener Zeit ausschreiben, wollte ich das 
Einzelne nennen. Ich erinnere nur flüchtig daran, dass die vorzüglichsten 
und sichersten Werke von Leonardo da Vinci sich in Paris befinden, 
dass uns also über diese zum erstenmale ein begründetes Gutachten vor- 
gelegt wird; dass so viele von Raphael. von Tizian. von Correggio 
u. s. w. hier ausführlich zur Sprache kommt; dass bei WVeitem die Mehr- 
zahl Holbeimscher Gemälde sich in England befindet, und dass wir, da 
dieselben häufig mit dem Datum versehen sind, durch die Charakteristik 
der einzelnen Bilder und deren Zusammenstellung endlich eine genügende 
Anschauung von Holbeiifs weiterem Bildungsgange gewinnen können, und 
dergl. m. Aber auch über viele andere, mlnder bekannte Meister erhalten 
wir Aufschluss und nähere Bestimmungen; um nur Ein Beispiel anzufüh- 
ren, erwähne ich der niederländischen Meister aus dem Anfange des sech- 
zehnten Jahrhunderts, von denen manche, wie z. B. Mabnse, erst hier 
ihre genügende Würdigung finden; 911131 über den noch immer so räthsel- 
haften Schoreel und über den Meister der ihm früher zugeschriebenen 
Bilder finden sich Andeutungen. _Als noch bedeutender möchte ich das 
bezeichnen, was uns über die Meister des siebzehnten Jahrhunderts gebo- 
ten wird, theils über die. Historienmaler dieser Periode, vornehmlich aber 
über die Cabinetuialer, im Fache der Landschaft und der Genremalerei. 
Wer es durch eigene vergebliche Mühe empfunden hat, wie äusserst un- 
zuläuglißh die bisherigen schriftlichen Mittheihlngen über dieser, me,.kwür_ 
digen Theil der modernen Kunstgeschichte sind, wird es dem Verfasser 
sehr lebhaft Dank wissen, dass er es sich nicht hat verdriessen lassen, 
über diese kleinen Werke, deren Inhalt zumeist so schwer mit Worten zu 
bezeichnen ist selten und Sorgfältig Rechenschaft zu geben. Freilich war 
er dazu auch durch den Gang seiner Reise unmittelbar aufgefordert; denn 
wenn auch Paris für diese Fächer der Kunst, im Verhältniss zu den deut- 
schen Sammlungen, nlßlll eben viel Neues und Eigenthümliches darbietet, 
so ist dies bei den englischenSammlungen in um so reicher-am Maasse 
der Fall. Dort haben bei Weitem die wichtigsten Schätze solcher Art ihr 
Unterkommen gefunden; V0" allen in die genannten Fächer einschlagen- 
Kugler, Kleine Schriften. ll. 5
        

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