Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1498405
(S48 
Berichte und 
Kritiken. 
Ueber 
die 
Bronzen 
VOIl 
Römhild und 
Vischer. 
ihre 
Beziehung 
ZU 
Peter 
Kunstbl. 
1851, 
Römhild liegt am Fuss der beiden Gleichberge, der Doppelwarte zwi- 
schen Thüringen und Franken, in lachend fruchtbarer Gegend, die sie die 
Kornkarnmer des Meiningischen Landes nennen. Noch hat es seine statt- 
lichen Zeugnisse aus den Glanzzeiten der alten Henneberger, das Schloss, 
das die Glücksburg genannt ward, mit Erkern, Thürmen, Wendeltreppen, 
Giebelzinnen u. s. w.. und die schöne gothische Stiftskirche. Die letztere 
ist von 1450 bis 1470 durch einen Meister Albertns erbaut; sie gehört 
somit der späteren Zeit des gothischen Styles an, aber sie zeigt die Formen 
desselben durchweg noch, im Ganzen wie im Einzelnen, wohlgebildet und 
in ansprechender Fassung. Eigenthümlich ist die Einrichtung im west- 
lichen Theil der Kirche; dieser ist, dem gewöhnlichen und auch hier 
vorhandenen östlichen Chorschlusse entsprechend, ebenfalls in der Weise 
eines Chores behandelt und durch eine, von sechs zierlichen Pfeilern und 
gothischen Kreuzgewölben getragene Tribüne ausgefüllt. Vermuthlich war 
die letztere, auf der sich gegenwärtig die Orgel beündet, ilrsprünglich für 
die Familie und den Hofstaat der Landeshcrrschaft bestimmt. Dem Innern 
der Kirche wäre eine maassvolle Erneuung im Sinne der alten Anlage 
wohl zu wünschen. 
Die Kirche besitzt eine Anzahl von Grabsteinen des Henuebergischen 
Hauses, deren Bildnissgestalten, wenn sie auch in künstlerischer Beziehung 
nicht eben eine ausgezeichnete Bedeutung haben, doch für Kostüm- und 
Personalgeschichte gewiss nicht unwichtig sind. Von höchster künstlerischer 
Bedeutung aber sind zwei bronzene Grabdenkmäler, demselben fürstlichen 
Geschlechte angehörig, die sich in der Taufkapelle an der Südseite der 
Kirche beiinclen. Sie haben in jüngster Zeit schon mehrfach die Aufmerk- 
samkeit der Freunde der Vaterländischen Kunstgeschichte in Anspruch ge- 
nommen. Ich erlaube mir, einige Bemerkungen über sie, wie sich mir 
dieselben kürzlich bei einem Besuche in Römhild und bei sorglicher Be- 
trachtung dieser Werke ergeben haben, zur weiteren Prüfung vorzulegen. 
Das Verdienst, uns zuerst näher mit diesen Denkmälern bekannt ge- 
macht zu haben, gebührt A. W. Döbner. Er hat ihnen ein besondres 
Werk gewidmet, welches, mit Abbildungen versehen, eine Beschreibung 
ihrer ganzen Beschaiienheit, die Erläuterung ihres Inhaltes und Alles, was 
von geschichtlichen Nachweisen beizubringen war, enthält: 
nDiß ehernen Denkmals Hennebergiseher Grafen von Peter Viseher in der 
Stiftskirche zu Römhild. Gezeichnet und beschrieben von A. W. Döbner, 
herzogl. Säehs. Landbaumeister. Herausgegeben von dem Hennebergischen 
altertliumstbrsehenden Verein zu Meiningen. München 1840". (I6 Seiten 
Text und 5 Blatt Umrisstafeln in Fol.) 
Döbner entscheidet sich mit Zuversicht dafür, beide Arbeiten, wie bereits 
der Titel seiner Schrift angiebt, für Werke Peter Vischefs zu erklären. 
C. Heidelüff, im ersten Bande seiner Ornamentik des Mittelalters, S. 29 HI, 
hat sodann die Bchattllülng aufgestellt, in einem grossen Thcile von P.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.