Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1498322
6-10 
Kritikßn. 
und 
Berichte 
äusseren Gründen beruhte, das aber durchaus nicht mit einer ähnlich 
künstlerischen Durchbildung Hand in Hand ging. Iu der That gehört der 
Hauptbau oder die ursprüngliche Anlage fast sänimtlicher Kirchen jener 
Epoche des Uebergangsstyles an, und hat bei der Mehrzahl von ihnen in 
spätmittelalterlicher Zeit eine im künstlerischen Interesse nicht gar erbau- 
liche Umwandelung stattgefunden.  In materieller Beziehung unterschei- 
den sich die Hauptbauperioden des Mittelalters dadurch, dass zur Zeit des 
romanischen und des Uebergangs-Styles an den bremischen Gebäuden 
durchgehend Sandstein, zur Zeit des gothischen Styles durchgehend ge- 
brannter Stein angewandt erscheint. 
Am meisten Eigenthümliches, in den eben angedeuteten wie in andern 
Beziehungen, hat der Dom. Zunächst darin, dass er, was bei keinem 
andern der bremischen Gebäude der Fall ist, bedeutende Stücke einer 
älteren, noch streng romanischen Anlage,  einer massigen Pfeilerbasilika 
, mit hohem Chor, unter dem letzteren eine ausgedehnte Krypta, 
r I f  bewahrt. Ohne Zweifel gehören die hievon erhaltenen Theile 
g ß? JGDBIII Neubau des Domes an, welcher 1m Jahre 1043 begonnen 
F, Jx-  wurde und dessen festes Quaderwerk die Bewunderung der 
f! f? f Zeitgenossen ausmachte l). Zu diesen Theilen sind zunächst die 
 . Arkaden des Mittelschiffes zu zählen, deren Pfeiler in ihrer 
("f ursprünglichen Anlage, wie dies deutlich erkennbar ist, eine 
K4 einfach viereckige Form hatten, mit allereinfachsten schweren 
Kimpfergesims Kämpfer- und Fussgesimsen, welche nur aus einer grossen 
d" "am" Platte und einer kleineren Schmiege bestehen. Sodann die un- 
tere Anlage der Pfeiler in der Durehschneidung des Kreuzes, 
' von denen die gen Westen belegenen nach der Schitfseite 
f, zu mit einem vertretenden Pilaster, die gen Osten belege- 
äfy, nen mit einer Halbsäule versehen sind. Die Basis dieser 
e?" Halbsäulen hat eine schwere attische Form, durchaus nach 
fz streng romanischer Art.  Die Krypta ist durch eine rciche 
y " Säulenstellung ausgezeichnet, die Säulen mit Würfelkapitä- 
(44? len. Die Deckglieder über den Kapitälen der ersten Säu- 
 lenpaare bestehen aus der Platte und 
7]] a schrägen Schmiege, diese mit starkem 
  f) versetztem Stabwerk geschmückt. Die 
92'119  Deckglieder der übrigen Kapitäle haben 
W593? {ß  Ö eine bewegtere Proiiliertmg. Leider ist 
(ja, 5, w, 91658. Krypta, ein soehrwürdiges und 
'  süß!!! f m seiner Art eigenthümliches Baudenk- 
ä   l ' Ä mal sie ausmacht, zum gemeinen Frohn- 
x, tfalw dienst herabgewürdigt. Sie dient als 
7.9! f;  Ä Weinkeller; die Säulen sind mit Bret- 
g, ,  ,  tern verschlagen, und das Ganze ist 
Y Ä  wenig zugänglich und noch weniger 
nsis der allen Deckglieder der Sauleu- übersichtlich- 
"Plbßäule" lllriliil in derKrvrtl- Mit dieser alten Anlage ist ein 
  umfassender Umbau vorgenommen, der 
i) Vergl. hierüber, wie über die weiter unten angeführten Daten, besonders 
Fiqrillo, Geschichte der zeichnenden Künste in Deutschland, II_, S. 107 IT.
        

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