Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1498161
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Kritiken. 
Berichte und 
"Das Ganze giebt ein treffliches Bild der älteren grossen Kunstepochen, indem 
wir daraus den reinen und wahren Sinn für Ornarnentik, wie er in jenen Denk- 
mälern, vom Tempel, Kirche und Palast an, bis zum kleinsten Vestibül ange- 
wendet wurde, erblicken. .   
"Hierzu kommt die in diesem Werk angewendete vortreffliche englische 
Technik in der Chromolithographie, welche hierin Ansserordentliches und man 
dürfte sagen Wnndervolles leistete, da Präcision, Nettigkeit und die glänzendsten 
Farben, so wie der Golddruck in ansserordentlicher Vollendung sich darstellen, 
endlich die Gesammtausstattung des Werkes glänzend ist." 1)    
Frenzel. 
Grunefs Specimens 
derselben. 
Nachträgliches über 
0120. 
Gelegenheit 
bei 
und 
Der vorstehende Artikel fasst zusammen, was in allgemeiner Bezie- 
hung über das schöne Grunefsche Werk und dessen Verdienste zu sagen 
sein dürfte. Das deutsche Kunstblatt verstattet es mir, noch einige be- 
sondre Bemerkungen anzuschliessen. 
Zllfläßhst ist es die, bei einer grossen Folge von Blättern zur Anwen- 
dung gebrachte Technik der polychromen Lithographie, auf die ich noch 
einmal zurückkommen muss. Es ist hier in der That das denkbar Voll- 
endetste geleistet. Es ist eine Fülle, Saftigkeit, Energie,  ein eigentlich 
markiger malerischer Vortrag,  eine Mannigfaltigkeit und zugleich Har- 
monie in diesen Farbentönen, die die höchste Anerkennung verdienen. 
Oefters ist gewiss mit zwanzig Platten gedruckt. Wie vorstehend schon 
bemerkt und wie mir auch anderweit aus guter Quelle zugekommen ist, 
sind diese Meisterarbeiten des Farbendruckes in Berlin gefertigt. Aber 
  auf den Blättern selbst oder in dem begleitenden Texte ist davon 
Nichts gesagt! Das deutsche Verdienst ist in keiner Weise hervorgeho- 
ben, und das Werk wird von Seiten des englischen Nationalstolzes eben, 
wie es sich giebt,  als ein englisches hingenommen werden. Wir wollen 
indess unsern Antheil reclamiren. 
Dann ist, neben der Fülle und Eleganz der ornamentistischen Darstel- 
lungen, auf die ungemein lebenvolle Charakteristik, in welcher die- 
selben wiedergegeben sind, aufmerksam zu machen. Dies Verdienst ist 
naturgemäss da vorzugsweise hervorzuheben, wo der mehr oder weniger 
geistreiche Grad der Wiedergabe für den Werth der Darstellung entschei- 
dend sein musste, also besonders bei den schlichten Kreidezeichnungen, 
welche die Compositionen oruamentaler Sculptur vergegenwärtigen. Es 
dürfte schwer sein, eine grössere Meisterhaftigkeit in dieser Gattung nach- 
zuweisen, als hier z. B. in den grossen Zeichnungen einiger antiken Ter- 
racotten, mit der vollen Beobachtung der Eigenthümlichkeiten des model- 
lirten und gebrannten Thons, vorliegt. 
Dies Charakteristische gilt aber nicht blos für das Stoliliche der Dar- 
Stellungen, sondern in gleichem Grade auch für die Form derselben, d. h. 
für den feineren oder derber ausgesprochenen Wechsel in der Behandlung 
1) Bei den in Gruuer's Werk so schön gegebenen buntfarbig gedruckten 
Irithogrßphißll ist noch zu gedenken, dass auch mehrere einzelne Blätter, wiß 
z. B. diß kostbare", äusserst naturtreuau Blumenranken, in Berlin vollendet wor- 
den und den Künstlern und Technikern jener trefilichen Blätter das grösste Lob 
über die gßhßlfvßllß Ausführung gezollt werden muss.
        

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