Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1498023
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Berichte und Kritiken. 
Zeichnungsvorlagen sehr geeignet sein, wozu 
Betreff der Skizzirung des Architektonischen, 
schon in vollem Maasse, zu empfehlen sind. 
sie 
in 
jetzt eigentlich nur in 
dieser Beziehung zwar 
Geschichte der bildenden Künste von Dr. Carl Schnaase. Bd. 4, 
Abtheilung 1. (Auch unter dem besonderen Titel: Geschichte der hil- 
denden Künste im Mittelalter; Bd. 2: das eigentliche Mittelalter; Abth. 1.) 
Düsseldorf, Verlagshandlung von Julius Buddeus. 1850. 417 S. in 8. 
42 ff-J 
Kunstblatt 1850, N0. 
Nach einer Pause von sechs Jahren ist von dem umfassenden Werke, 
welches die Ueberschrift benennt und welches in seinen früheren Theilen 
sich bereits einer allgemeinen Anerkennung erfreut, ein neuer Band er- 
schienen. Die Freunde der Kunst und ihrer Geschichte werden dem letz- 
teren eine um so lebhaftere Aufmerksamkeit zuwenden, als der Verfasser 
gerade in denjenigen Epochen, welche dieser neue Band behandelt,  in 
denen des eigentlichen Mittelalters,  schon so Bedeutendes geleistet hat 
und es auch in den einleitenden Worten geradehin ausspricht, dass er an 
diesem Zeitraume mit Vorliebe hängt. Ich will versuchen, hier eine kurze 
Uebersicht des reichen Inhaltes zu geben und dabei zugleich das Eigen- 
thümliche derjenigen Punkte, welche mir vorzugsweise bedeutend erschei- 
nen, hervorzuheben. Ich werde hie und da freilich auch Punkte berüh- 
ren, in denen meine Auffassung von der des Verfassers abweicht und ich 
der letzteren entgegenzutreten genöthigt bin. Die Verschiedenheit unsrer 
beiden Standpunkte ist wohl schon früher, wenn einer von uns die Arbeit 
des Andern besprach, bemerklich geworden; es ist mir hier vielleicht ver- 
stattet, sie vorweg mit einigen Worten näher zu bezeichnen. Ich habe 
mich gewöhnt, und ich bin durch den fortgesetzten Verkehr mit der Kunst 
allerdings immer -mehr dahin geführt worden, die künstlerische Erschei- 
nung möglichst naiv und geradeaus aufzufassen, die Bedingung ihrer Exi- 
stenz möglichst in ihr selbst zu suchen, ihre Eigenthümlichkeit möglichst 
einfach aus den zunächst liegenden Motiven zu erklären; während Herr 
Schnaase die individuelle Kunst-Erscheinung möglichst auf ihre allge- 
meinen Gründe und Bedingungen zurückführt, während er gern dem fei- 
neren geistigen Fluidum der Zeiten nachgeht, aus den geheimnissvollen 
Strömungen solcher Art den Gestaltungsprocess zu entwickeln und, soweit 
dies thunlich, zu rechtfertigen sucht. Der eine Standpunkt hat vielleicht 
etwas von dem des Praktikers, der andre von dem des Theoretikers. Ohne 
Zweifel haben beide ihr Recht und werden sich gegenseitig oft von gutem 
Nullen Seilh- Ich bin also gewiss fern davon, dem letzteren Standpunkte 
seine Gültigkeit streitig zu machen, am wenigsten für das Mittelalter, wo 
jenes Bßdingende nicht selten von wesentlicher Bedeutung ist (ein Um- 
stand, der vielleicht dazu beiträgt, die besondre Vorliebe des Verfassers 
für das Mittelalter zu erklären). Nur sind eben Einseitigkeiten möglich. 
Und wenn iCh Zllgvbe, dass man auf dem ersten Standpunkte in Gefahr
        

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