Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497988
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Berichte und 
Kritiken. 
nauste wiedergegeben. Machten die in den Grundriss eingetragenen An- 
gaben gewissermaassen das lnhaltsverzeichniss der Darstellungen aus, S0 
ist uns hier das Buch dieser Bilderschrift selbst wie in treuer Uebersetzung 
aufgeschlagen.  Vier Blätter endlich sollen ausgeführte Stiche nach den 
schönen musivischen Darstellungen bringen, welche den viereckigen Vor- 
raum zwischen dem äussern und innern Eingangs der Kirche schmücken 
und davon drei Seiten der Glanzzeit der venetianischen Kunst im sech- 
zehnten Jahrhundert angehören. Hievon sind zwei Blätter fertig, das eine 
mit dem Gekreuzigten und der Grablegung des Erlösers, das andre mit der 
Grablegung der Maria, Compositionen von jenem feierlichen Klange, der 
der venetianischen Kunst im Zeitalter ihrer Blüthe, wenn sie dem tiefsten 
Lebensernste sich zuwendet, eine so eindringliche Wirkung giebt, in diesen 
Stichen in einfach würdiger Classicität durchgeführt. 
Eine Ergänzung dessen, was auf den 17 grossen Blättern nicht zu geben 
war, soll auf 70 kleineren Blättern, in gross Quart, nachfolgen,  alle 
diejenigen Mosaikbilder und Ornamente aus dem Innern der Kirche, welche 
die grossen Blätter nicht mit zur Anschauung bringen konnten, die Fülle 
der Darstellungen im Umgangs vor der Kirche, in denen die Starrheit des 
byzantinischen Styles auf so bedeutungsvolle Weise zum Leben erwacht, 
die der Taufkapelle und der Kapellen des Kardinals Zeno, der Maria dei 
Mascoli, des heil. lsidor. Alle diese Darstellungen werden ebenso, wie 
die auf den grossen Blättern enthaltenen, in einfachen Umrissen mitgetheilt 
werden.  Endlich wird dem Ganzen ein umfassender archäologisch und 
historisch erläuternder Text, ebenfalls im Quartformat, von dem ein einlei- 
tendes Probeheft vorliegt, beigegeben werden. 
Wir bewundern die unermüdliche Ausdauer, mit welcher die Arbeit, 
den vorliegenden Blättern zufolge, durchgeführt ist; wir erkennen aber in 
noch höherem Maasse die hingebende Treue und das sinnvolle Verständ- 
niss an, mit welchen uns die Fülle des Verschiedenartigsten an dem reich- 
gegliederten Denkmal in übersichtlicher Darstellung vorgeführt wird. Wir 
verdanken es dieser Darstellung, dass wir jetzt uns zum ersten Mal dem 
räthselvollen Werke in ungestörter Betrachtung zuwenden, für die Durch- 
forschung desselben einen festen Anhaltspunkt gewinnen können. Die 
Herausgabe selbst ist ein Denkmal und Zeugniss des wissenschaftlichen 
Sinnes, des ernsten Fleisses, dessen der Deutsche zu Zeiten sich wohl 
rühmen mag. Die Stürme der letzten Jahre haben bedrohlich auch diesem 
Unternehmen gegenübergestanden; aber die Herausgeber sind bei allem 
Wechsel des Schicksals unbeirrt ihren Weg fortgegangen. So hoffen wir, 
bald die Vollendung des schönen Unternehmens begrüssen zu dürfen. 
th 
aP 
gr 
(D. Kunstblatt 
1850, 
Die TageQ-Interessen, mit ihren kleinen und ihren grossen Tendenzen, 
nehmen nach in der Kunst gelegentlich einen breiten Raum ein und lassen 
manch ein Wlllldßrliches Nebelgebilde in den Vorgrund treten; aber wer
        

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