Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1492407
Kritiken. 
und 
Berichte 
Mittheilungcn (wohin z. B. die Auszüge aus dem Liber pontilicalis gehö- 
ren), doch im Allgemeinen nicht recht erspriesslich behandelt und nament- 
lich durch den Standpunkt des Autors, den die heutige kunsthistorische 
Airffassungsweisc nicht mehr kann gelten lassen. wenig fördersam, nament- 
lich nicht, um als Grundlage für kunsthistorische Studien zu dienen. Der 
(lcutsche Herausgeber hat somit wohlgöthan, den Text auf eine rnässige 
Erläuterung des dauf den einzelnen Kupfertafeln Dargestellten einzuschrän- 
ken. Hr. v. Quast hat dabei zugleich die lrrthümer dhxngineeul-ts hin- 
sichtlich der Zeitangabe oder der Künstlernamen so viel als möglich zu 
berichtigen und seine Ausgabe solcher Gestalt mit den Anforderungen der 
heutigen Wissenschaft in Einklang zu bringen gestrebt. Dass manche lrr- 
thümer d'Agincourts nur als solche bezeichnet werden und statt ihrer noch 
keine anderweitig bestimmten Erklärungen gegeben sind, dürfte keinen 
Tadel verdienen, da wir Alle sehr wohl wissen, "wie viele Punkte in der 
neueren Kunstgeschichte noch einer genaueren Erörterung bedürfen. Vor- 
nehmlich betritit dies die Angabe über die Geschichte der italienischen 
Architektur. Hier ist zwar durch Cordero, besonders was die frühere Ent- 
wickelungsgeschichte anbelangt, bereits vortrefflich vorgearbeitet worden, 
und es sind durch ihn, nach meinem Dafürhalten, manche Punkte schon 
auf eine genügende Weise aufgeklärt,  wie z. B. das Alter der Kirche 
S. Micchele zu Pavia (bekanntlich eine der entscheidendsten Streitfragen 
in der italienischen Kunstgeschichte), das Cordero aus sehr guten Gründen 
zwischen 1050 und 1150 setzt. Hr. v. Quast geht hierauf nicht näher ein, 
sondern begnügt sich nur, bei der Kirche S. Micchele und den ihr ent- 
sprechenden Gebäuden auf die gewöhnliche Meinung, die sie in das Zeit- 
alter der Longobardenherrschaft setzt, hinzudeuten, ohne dieselbe weiter 
vertreten zu wollen. Vielleicht indess erscheinen ihm Corderds Ausein- 
andersetzungen noch nicht erschöpfend genug, so dass hier  wie an andern 
Stellen des Textes  die weitere Durchführung der eigenen Meinung einen 
Raum in Anspruch genommen hätte, durch den der nächste Zweck der 
deutschen Ausgabe des d'Agincourt, ein Werk für den Handgebrauch zu 
liefern, mehr oder Weniger möchte aufgehoben sein.  Im Uebrigen düyfte 
der deutsche Herausgeber nur sehr wenig lrrthümer des Üriginaltextes 
übersehen haben. So kann z. B. das eine der schönsten Gemälde in der 
Kirche del Carmine zu Florenz, Kapelle Brancacci, mit dem Martyrthume 
des heil. Petrus (Malerei T. 148), nicht mehr als ein Werk des Maeaeeie 
gelten, sondern ist als dem Filippino Lippi angehörig zu betrachten. Hin 
und wieder hätte der Herausgeber auch bei Angaben des Origiualtextes, 
dass dies und jenes Werk bisher noch nicht edirt sei, die neueren Kupfer- 
werke berücksichtigen können, besonders in Fällen, wie bei den schon 
oben genannten Fresken Ghirlandajds in S. Maria Novella zu Flgfgnz 
(Malerei T. 157), wo er den Text mit den Worten anhebt: "Diese neeh 
unedirten Gemälde" u. s. w., obgleich die letzteren, seit rmgincoum erste,- 
Mittheilung. durch Lasinio so ausführlich wie charakteristisch gestochen sind. 
Ebenso wäre auch über die seit d'Agincourts Zeit stattgefundenen Ortsver- 
änderungen mancher Gemälde eine Auskunft nicht unerwünscht gewesen, 
wie z. B. bei dem merkwürdigen Gemälde von Mazzolino (Mal. T. 198), 
welches sich gegenwärtig im Besitz des Hrn. E. Solly zu London befindet: 
oder über das schöne Madonnenbild von Raphael im Besitz (108 LOIG Gra- 
vagh zu London (Mal. T. 184), über wclChßS hier die Angabe des Original-
        

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