Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497894
monumental 
The 
brasses 
of England. 
601 
licher Zeit ausgezeichnet. die dem Werke ohne Zweifel eine eigenthümliche 
Bedeutung geben werden. Aber auch an sehr merkwürdigen Werken 1111- 
dender Kunst ist kein Mangel, wie z. B. die Darstellung seltener Tapeten 
aus der Zeit von 1300, mit Scenen aus der Geschichte von Tristan und 
Isolde, demnächst zu erwarten ist. 
The monumental brasses of England: a series of engravings upon 
Wood from every variety of these interesting and valuable memorials, ac- 
Companied with brief descriptive notices. By the Rev. Charles Boutell, 
M. A. etc. The eugravings drawn and excuted by Mr. B. B. Utting. 
London, 1849. 4. 
Kunstblatt 
1850, 
In meinem Handbuch der Kunstgeschichte (2. Aut1., 1848, S. 622) habe 
ich der merkwürdigen bronzenen Grabplatten des Mittelalters gedacht, auf 
denen sich, zum Theil in sehr reicher und geschmackvoller Weise, die 
bildlichen Darstellungen in Umrissen gravirt vorfinden. Die wichtigsten 
Werke der Art, die mir bis dahin in Deutschland bekannt geworden, sind 
an der genannten Stelle angeführt; zugleich ist daselbst bemerkt, dass auch 
England reich an solchen Darstellungen sei. 
Das in der Ueberschrift genannte Werk enthält eine umfassende Ueber- 
sieht der in England vorhandenen Denkmäler verwandter Art. Es sind 
die Darstellungen von 140 Monumenten (auf 149 in Holz geschnittenen 
Tafeln), den verschiedenen Gegenden des eigentlichen Alt-England angehö- 
rig. Der Zeit nach rühren 48 Denkmäler aus dem vierzehnten, 96 aus dem 
funfzehnten und 6 aus dem sechzehnten Jahrhundert her; das frühste ist 
vom Jahre 1320, das späteste vom Jahre 1554. Darin aber unterscheiden 
sie sich durchgängig, wie es scheint, von den in meinem Handbuch genann- 
ten deutschen Arbeiten, dass sie nicht selbständige Grabplatten ausmachen, 
sondern dass der Gegenstand der Darstellung, gewissermaassen im äusseren 
Umriss ausgeschnitten, in eine steinerne Grabplatte eingelegt ist. Dies ist, 
wie bei einfachen Darstellungen, z. B. einer einzelnen Figur oder Halb- 
tigur, so auch bei zusammengesetzten-der Fall, bei mehreren Figuren, bei 
den architektonischen, tabernakelartigen Umfassungen derselben, bei den 
hinzugefügten Wappen, Spruchbändern u. dergl. Jeder Theil pflegt hiebei 
besonders in die Steinplatte eingelassen zu sein. Ich entsinne mich solcher 
Arbeiten in Deutschland nicht; doch meine ich, Steine mit flachen Ver- 
tiefungen gesehen-zu haben, in welchen ähnliche Bronzen befindlich gewesen 
Sein konnten. 
Ich habe die englischen Denkmäler, Wie Sie 11118 das genannte Werk 
veranschaulicht, als kunstgeschißhtliche Zeugnisse angeführt, und in der 
That ist schon die reiche Fülle, in welcher sie vorhanden sind, eine nicht 
unwichtige kunstgeschichtlicheThatsachc. Als Zeugnisse einer besondern 
Kunstblüthe sind sie aber nicht namhaft zu machen. Vielmehr ist das, 
worin ihr Kunstverdicnst beruhen möchte,  die Zeichnung, die Linien-
        

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