Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497750
Denkmals der Baukunst des Mittelalters 
Sachsen 
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Geästc des bunten Gurtengewvölbes sich erhebt,  eine Weise architekto- 
nischer Behandlung. die von der strengen Gothik des 13teu Jahrhunderts 
so unendlich verschieden ist und doch des grössten ästhetisch Vüllkßmmgn 
gerechtfertigten Reizes nicht entbehrt. Ein anderes Blatt zeigt uns das 
Innere der ebenfalls sehr interessanten Krypta der Petrikirohe, aus der- 
selben späten Periode der vaterländischen Baukunst, in der wir  schon 
seit der Titurel bei der Schilderung des Graltempels auf Mont Salvatsch 
gegen das Kryptenwesen so heftig geeifert hatte  sonst keine Gruftkirchen 
zu finden gewohnt sind. Die Anlage ist hier indess durch lokale Beding- 
nisse gerechtfertigt; auch weist der Herausgeber nach, dass vermuthlich, 
obgleich die geschriebene Tradition dem zu widersprechen scheint, die 
Reste einer älteren romanischen Anlage hiebei benutzt sind. Dann wird 
uns die heil. Kreuzkapelle, wiederum aus dem löten Jahrhundert, nebst 
dem isolirt daneben stehenden heil. Grabe,  welches letztere eine wirk- 
liche leidlich genaue Kopie des heil. Grabes zu Jerusalem ist,  vorge- 
führt. Ein imposantes Beispiel städtischen Refestigungsbaues aus der Spät- 
Zeit des Mittelalters gewährt uns der kühne "Kaisertrutz" (eins der Thore 
von Görlitz), ein Beispiel üppigen Renaissance-Styles der Zugang zu dem 
dortigen Rathhause.  Ausserdem zeigen sich uns, andern Orten angehörig, 
drei kirchliche Backstein-Architekturen: die romanische Klosterkirche zu 
Dobrilugk; die Hauptkirche von Cottbus und die Nikolaikirche von 
Luekau, diese beiden aus gothischer Zeit. Weltlicher Architektur endlich 
gehört das gräflich Lynaüsche Schloss Se ese an, von dem eine ansprechend 
malerische Darstellung gegeben 'wird. 
Desselben Werkes erste Abth., das Königreich, das Grossherzogthum und 
die Herzogthümer Sachsen-Ernestinischei- Linie u. s. w. umfassend. Band II, 
Lief. 8 u. 9. Leipzig 1849. F01. 
Auch hier gesonderte Abschnitte unter eigenthilmlichen Separattiteln. 
Zunächst: "Mittelalterliche Bauwerke in den Herzogthümern 
Sachsen-Coburg-Gotha," 10 Blatt Abbildungen und 14 Seiten Text. 
Wichtig sind unter diesen Darstellungen und den weiteren schriftlichen 
Ausführungen die über die Veste Coburg, einem stolzen Fürstenbau, der 
sich bekanntlich durch seine alten Theile ebenso, wie durch deren sinn- 
volle Erneuerung und die darin aufbewahrten mannigfach interessanten 
Geräthe und Kunstgegenstände der Vorzeit auszeichnet. Die von Witthöft 
nach Brückner meisterhaft gestochene Titelvignette und ein lithographi- 
Sches Blatt sind dem Aeusseren der Veste gewidmet. Von den inneren 
Räumlichkeiten wird uns die Dekoration des "Rosenzimmers" in den ele- 
gantegten Formen später Gothik, und die des „Hornzimmers" in den präch- 
tig phantastischen Barockformen vom Ende des löten Jahrhunderts vorge- 
führt. Von den Schätzen des Rüstnngssaales ist ein mächtiger eiserner 
Ofen, dessen Platten mit grossen wohlgebildeten Reliefgestalten versehen 
Sind und der dem löten Jahrhundert angehört, dargestellU). Ferner sehen 
 Andere der in der Veste QObUPB vorhandenen Alterthümer, u. A. merk- 
würdige alte Staatswagen, sollen lll dem unter der Presse befindlichen Werke: 
„Die vorzüglichsten plastischen Kunstwerke des Mittelalters in Gold, Silber, an- 
dern Bletallßn, Elfenbein, Stein, Thon, Holz u. s. w. in Kirchen, öffentlißhßß 
und Privatsammlungen vornehmlich Sachsens, Preussens und angrenzender Läu- 
der, nach den Originalien gezeichnet von den tüchtigsten Künstlern und in far-
        

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