Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497740
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Berichte und {Kritiken 
keine volle Befriedigung mehr, wir finden jene Ganzheit nicht. Grossc 
begabte Meister haben sich in einzelnen glücklichen Momenten ernporzu- 
raffen gewusst; die Gesammtknnst jener Zeit ist eine Psyche mit gebundenen 
Flügeln. Das soll freilich nicht hindern, dass wir ihr Streben und Träu- 
men, schon weil es unsre Väter waren, die gestrebt und geträumt, nicht 
mit Liebe auHassen sollten; aber ebenso darf uns unsere Pietät die Be- 
schränktheit jener Existenz nicht verkennen lassen. 
Denkmale der Baukunst des Mittelalters in Sachsen. Zweile 
Abth., die Königl. Preuss. Provinz Sachsen enthaltend. Bearbeitet und 
herausgegeben von Dr. Puttrich. Band II, Liefr. 17-520. Leipzig, 1848. F01. 
Kunstblatt 
(Deutsches 
1850 
Das PuttricHsehe Werk, in seiner vielseitigen Bedeutung für die Ge- 
schichte der Kunst und der Cultur im nordöstlichen Deutschland allgemein 
anerkannt, geht nunmehr immer entschiedener seiner Beendigung entgegen. 
Wir geben im Folgendenüber die neuesten Mittheilungen dieses Werkes 
kurzen Bericht. 
Lief. 17 u. 18 der zweiten Abtheilung führen den Separattitel: "Mit- 
telalterliche Bauwerke in den gräflich Stolbergkchen Besitzun- 
gen am Harz." Es sind 11 Blatt Abbildungen und 18 Seiten Text. Die 
Mittheilungen haben, für die kunstgeschichtliche Forschung, besonders ein 
zweiseitiges Interesse. Einige Darstellungen beziehen sich auf die Epoche 
der romanischen Architektur: die alten Baulichkeiten von Kloster llsen- 
burg (einfach alte und verbaute Sänlenbasilika und interessanter Kreuz- 
gang) und die zwar ebenfalls baulich veränderte aber äusserst merkwürdige 
Kirche des unfern von Isenburg belegenen Drübeck, deren Darstellungen 
leider etwas mangelhaft ausgefallen sind, während im Uebrigen die Mit- 
theilungen dieser Hefte den früheren des schönen Werkes an Werth nicht 
nachstehen. Andere Darstellungen gehören dagegen der spätest mittelalter- 
lichen Zeit an, indem sie uns Holz- und Fachwerk-Gebäude, zu Werni- 
gerode und zu Stolberg, vorführen, deren Formen das Gepräge des 
letzten gothischen und des Renaissance-Styles tragen und einen phantasti- 
schen, zum Theil auch dem Barocken schon sich zuneigenden Eindruck 
gewähren. 
Lief. 19 u. 20 führen den Separattitel: "Bauwerke des Mittel- 
alters in der Königlich Preussischen Lausitz." Auch dies sind 
11 Abblldllngen, mit 16 Seiten Text. Die Mehrzahl der Darstellungen gehört 
der allen Stadt Görlitz, namentlich der mächtigen Petrikirche daselbst, an. 
Von dem brillanten spätromanischen Style, aus der früheren Bauzeit dieser 
Kirche z" Anfange des 13ten Jahrhunderts, giebt eine Darstellung des 
zierlichen Hauptportales Zeugniss. Der Hauptkörper des Gebäudes aber ist, 
spälgüfhischl aus der Zeit des läten Jahrhunderts. Ein Blatt u. A. ge- 
währt einen Durchblick durch das fünfschiftige Innere, wo die kanellirten 
Pfeiler schlank und kühn emporsteigen und über ihnen das schwebende
        

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