Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497562
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und Kritiken. 
B erichte 
früher Gegebenen, indem darin 2 Blatt mit Darstellungen des elegant gothi- 
sehen Fischkastens zu Ulm, 3 Blatt mit Detaildarstellungen der romanischen 
Kirche zu Faurndau enthalten sind. Wenn diese kurze Angabe hier genügen 
dürfte, so sieht Ref. sich doch veranlasst, wiederholt ausdrücklich zu 
bemerken, dass diese Blätter in Verständniss. Auffassung und Wiedergabe 
mittelalterlicher Kunstformen (sowohl bei denen des gothischen als bei 
denen des romanischen Styles) mit durchaus vollendeter Meisterschaft 
behandelt sind und hierin gewiss von keinem Unternehmen ähnlicher Art 
übertroffen werden. Wenues überhaupt  woran doch nicht zu zwei- 
feln  für passlich befunden wird, in den Kunstschulen auch mittelalter- 
liche Kunstformen zu lehren, so dürften diese Blätter vor Allem zu 
Vorlegeblättern zum Nachzeichnen (auch zum Modelliren nach ihnen] 
geeignet sein. 
Nürnberger Bildhauerwerke des Mittelalters.  II. Christus- 
bilder. Herausgegeben von Friedrich Wagner. Mit 10 Kupfer- 
tafeln. Nürnberg, Verlag von Konrad Geiger. 1847. Gross 4. 
(Kunstblatt 1848, 
Ueber das erste Heft dieses Werkes, welches die Darstellung von 
Marienbildern enthielt, und über den Gesammtzweck des Unternehmens 
haben wir bereits in N0. '24 des Kunstblatts 1847 berichtet. Das vorliegende 
zweite Heft, mit der Darstellung von Christusbildern, schliesst sich jenem 
in würdiger Weise an und hat auf nicht geringeres Interesse Anspruch, 
wenn schon wir die Bemerkung nicht unterdrücken können, dass bei Dar- 
stellungen dieses Gegenstandes, auch bei den hier ausgewählten Beispielen, 
das Ungenügende der mittelalterlich-deutschen Kunst (bis ins 16te Jahr- 
hundert hinein) doch störend wirkt. Zeigt der deutsche Künstler auch in 
der Behandlung des Christuskopfes, in der Darlegung des geistigen Aus- 
druckes nicht selten eine tiefe seelenvolle Empfindung, so verlangen wir 
doch nicht minder, zumal bei den vom Gewand entblössten Körpertheilen, 
die Erscheinung einer würdig organisirten, zum grossen Handeln befähigten 
Natur, was die deutsche Kunst jener Zeit nicht erreicht; auch trägt der 
gelegentlich aufgewandte Pomp einer phantastisch geschwungenen oder 
gebrochenen Gewandung nicht dazu bei, jenen Mangel höherer Kraft ver- 
gessen zu machen Im eigentlich künstlerischen Sinn fühlen wir uns sonach 
am meisten nur von dem, das Titelblatt bildenden schönen Christuskopfe, 
nach dem alterthümlichen Kruzifix in der Lorenzkirche,  von der Relief- 
gFuPPe von Christus und Maria Magdalena, nach einem der Schnitzwerke 
an dem sogenannten Rosenkranze in der Burgkapelle,  und von der vor- 
trefflichen iigurenreichen Gruppe der Grablegung Christi von Adam Kraft, 
in der Holzschuhefsehen Begräbnisskapelle auf dem Johanniskirchhof 
angesprochen.
        

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