Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497407
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Berichte und Kritiken. 
bei seiner vollen Ausbildung im 1'2ten Jahrhundert gewinnt, tritt uns hier 
eindrucksvoll entgegen; für das Einzelne ist besonders die Ohoranlage mit 
ihren Nebenräumen merkwürdig. Die Grabstatuen der Grafen von Wettin, 
Stifter und Wohlthäter des Klosters, die sich daselbst noch befinden, doch 
nur spätere Wiederholungen untergegaugener bronzener Denkmäler sind, 
werden uns auf 2 Blättern in sorgfältiger Darstellung vorgeführt. Von der 
Ruine der jetzt fast völlig zerstörten kleinen Kapelle, die nördlich von der 
grösseren Kirche lag und die, wie der Herausgeber gewiss richtig bemerkt, 
eine Taufkapelle gewesen zu sein scheint, wird, nach älterer Aufnahme, 
ebenfalls eine kleine Darstellung gegeben.  Das zweite Denkmal romani- 
schen Baustyles ist die Doppelkapelle zu Landsbcrg bei Halle, die zu den 
interessanten Kapellen, welche sich von fürstlichen Schlössern jener Pe- 
riode erhalten haben, gehört. Wir besitzen über dieselbe bereits ein aus- 
führliches Werk von dem Baumeister A. Stapel. (Vergl. Ku-nstblatt 1845, 
No.  -Da letzteres die Kapelle und ihre Theile aber nur in geometri- 
schen Aufrissen giebt, während das vorliegende Werk wohl ausgeführte 
malerische Ansichten, des Innern und der einzelnen Details, bringt, so 
können wir diese neuen Mittheilungen in keiner Weise als überflüssig be- 
zeichnen.  Der Zeit nach reiht sich an diese Denkmäler zunächst die 
Hauptkirche zu Aken an, von deren energisch massiger Facarle eine An- 
sieht gegeben wird. Die Kirche selbst ist wesentlich noch romanisch; die 
Facade aber, mit zwei Thürmen und hohem Zwischenbau, trägt bereits das 
Gepräge der frühest germanischen, noch dem Uebergangsstyl verwandten 
Bauweise und giebt hiefür einen charakteristischen Beleg.  Die übrigen 
Denkmäler der in Rede stehenden Lieferungen gehören, bis auf geringe 
und nicht bedeutende Ausnahmen, der Stadt Halle und zwar zugleich im 
Wesentlichen der Periode des spätgothischen Baustyles an. Dies sind zu- 
nächst die in malerischen Ansichten vorgeführte Moritzkirche mit ihrem 
reichgeschmückten Chorbau, und die Ulriehskirche, von der eine innere 
Ansicht gegeben wird. Die Liebfrauenkirche," in ihrer innern Anlage und 
Ausbildung unstreitig eines der edelsten, reichsten und grossartigsten Gottes- 
häuser, die Deutschland aus dem Anfange des löten Jahrhunderts besitzt, 
bedauern wir nur in einer unzureichenden Darstellung, auf einem Blatte, 
welches den Marktplatz zu Halle mit seinen Thurmbauten darstellt, vor 
uns zu sehen. (Diese Thürme sind Reste älterer kirchlicher Gebäude, die 
bei dem Neubau der Liebfrauenkirche im löten Jahrhundert verschwanden, 
deren Thürme sodann aber zum Theil in den Bauplan der letzteren hin- 
eingezogen wurden, wesshalb sie denn erheblich ältere Formen zeigen.) 
Von der weniger merkwürdigen Domkirche werden nur einige Details ge- 
geben. ländlich wird auch, neben einigen kleineren Monumenten, das 
nicht sonderlich interessante Rathhaus von Halle, gleichfalls aus dem An- 
lange des löten Jahrhunderts, in einer äusseren Ansicht vorgeführt. 
Lief. 10 bis 13 vom 2ten Bande der 2ten Abtheilung sind mit dem 
Separattitel: Mittelalterliche Bauwerke zu Jüterbog, Kloster 
Zunna und Treuen brietzen, versehen. Dieser Abschnitt besteht, nächst 
einer Titelvignette, aus 17 Blatt Abbildungen und 37 Seiten Text, welcher 
letztere durch eine "Kurze Geschichte der Stadt Jüterbog und des Klosters 
Zinna, insonderheit der mittelalterlichen Bauwerke daselbst", von dem als 
Kunsthistoriker bereits rühmlich bekannten Pastor H. Otte auf erfreuliche 
Weise bereichert ist. Das Interesse der hier gegebenen Darstellungen be- 
ruht der Hallptsacho nach wieder in der Periode des spätgothischen Bau-
        

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