Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497376
Kupferstich. 
Die 
Freih am: 
des 
Kunstsammlung 
Rumohr. 
549 
erhöht, der Erlöser, zwei anbetende Engel zu seinen Seiten, über ihm die 
Taube des heil. Geistes. Oberwärts erscheint die im Original gegenwärtig 
ganz verschwundene Halbiigur des Gottvater und die beiden Engelknaben 
Zu seinen Seiten, welche letzteren im Original ebenfalls grossentheils ver- 
loren sind. Diese Theile sind im Stich auf eine, der Würde des Ganzen 
nicht unangemessene, wenn im Ausdruck auch etwas moderne Weise wie- 
derhergestellt. Die beiden Ecken, ausserhalb zu den beiden Seiten des 
Spitzbogens, der die Composition umschliesst, sind im Stich durch ein 
einfaches Bandornament, im Einschluss der Umrahmung des Ganzen, aus- 
gefüllt. 
Soviel dem Unterzeichneten aus der Anschauung des Originals in der 
Erinnerung geblieben, ist der Charakter des letzteren überall vortrefflich 
wiedergegeben. Die kraftvolle Erhabenheit in den Gestalten der Heiligen, 
die schöne und grossartige Gewandung derselben, der eigenthümliche Aus- 
druck und die Bildung ihrer Gesichtszüge (der Kopf des Märtyrers Johan- 
1188 ist, wenn ich nicht irre, wiederum Restauration), Alles diess ist ebenso 
glücklich beobachtet, wie die eigenthümliche, ein wenig schwere Gestalt 
ÖCS Erlösers, die überaus edle und zarte Anmuth des Engels zu seiner 
Linken und die allerdings manierirte Erscheinung des Engels zu seiner 
Rechten, dessen Kopf lebhaft an jenen jugendlichen, a1 fresco auf einen 
Ziegel gemalten Kopf von Raphaels Hand erinnert, der sich in der Pina- 
kothek zu München beiindet. Ebenso ausgezeichnet ist die breite, grosse 
Haltung des Werkes beobachtet. Die Behandlung, streng, mit etwas scharfer 
Nadel, geht überall entschieden auf das Detail ein" und nähert sich, doch 
Ohne Affektion und hier nur zum Vortheil des Gegenstandes, der alter- 
lhümlichen Stechweise, die den glänzenderen Effekt des Grabstichels noch 
nicht kannte. 
Die KunStSammlung des Freiherrn C. F. L. F. von Rumohr  
beschreibend dargestellt von J. G. A. Frenzel etc. Lübeck, 1846. 
(478 S. in s.) 
(Kunstblatt 1846, N0. 47.) 
Das vorliegende Werk ist der ausführliche Katalog der Rumohfschen 
Kunstsammlung, die vom 19. Oktober d. J. ab zu Dresden öffentlich ver- 
steigert werden soll. Ueber den Charakter dieser Sammlung hatte der 
Verfasser bereits in N0. 15 if. des vorjährigen Kunstblattes nähere Nach- 
richt gegeben, Wie nach dem Wesen des Besitzers, nach dem Maasse sei- 
Der ächten und durchgebildeten Kennerschaft freilich schon zu erwarten 
War, ist diese Sammlung eben dadurch ausgezeichnet, dass sie nicht auf 
Prunk, auf äusserlich numerische Vollständigkeit, auf Kuriositätenkram 
angelegt war, sondern dass überall in ihrem Bestande und in der Anord- 
Ilung desselben feiner Geschmack und hingebende Liebe zu derjenigen 
Kunst, die aus der Tiefe des Lebens hervorquillt, ersichilich wird, Einer- 
Seite sind es die Bildungs- und Blüthenepochen des KupfersticheS und
        

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