Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497164
528 
vom Jahr 
Reisen otizen 
1845. 
Glyptothek. Die schöne bronzene Junostatue aus Vnlci, mit dem 
von Thorwaldsen rnodellirten Kopfe, der in der Münchener Erzgiesserei 
hinzugefügt ist. Nach der Mittheilung des Vorstehers der letzteren, F. Mil- 
1er, ist die alte Arbeit der Statue sehr naiv gemacht, zum Theil Guss, zum 
Theil getriebenes und aufgelöthetes Blech; so namentlich die frei hängen- 
den Gewandpartien. Die Figur ist übrigens, wie durch den edeln Styl im 
Allgemeinen so besonders durch die mit glücklicher Freiheit geordnete 
Gewandung ausgezeichnet und nur dasfeinere Detail des Gefältes erinnert 
zum Thei] noch an etruskischc Kleinlichkeit. 
Landshut. 
Die Hauptkirche St. Martin, bei tlüchtigem Morgenbesuch wieder 
begrüsst. Jedenfalls ein für das 15te Jahrhundert höchst interessanter 
Bau: drei gleiche hohe Schilfe mit äusserst schlanken achtekigen Pfeilern, 
die wie Fäden von der leicht gespannten Decke niederhängen;  und ein 
Thurm, der kühn und fest, wie sonst nur die Thürme der nordischen 
Architektur, zur schwindelnden Höhe emporsehiesst.  Aussen an der 
Nordseite der Kirche, unter andern kleinen Denkmalen, ein sehr fragmeng 
tirtes Hautrelief einer Krönung Mariä durch die drei gleichen Personen 
der heil. Dreifaltigkeit; darunter, in kleinem Maassstabe, die Donatoren. 
Umfassung im Renaissancestyl. Schönste deutsche Arbeit der Zeit gegen 
522. Ein Schäfer umarmt ein junges Weib. (Rubens und seine Frau?) 
Köstlich iibermüthig sinnlich. 
523. Die Amazonenschlacht. (Klein) Vielleicht die grandioseste der hie- 
sigen Compositionen. Die Durchsicht durch die Brücke, das Wasser etc. sind 
prächtig gemalt. 
524. Rubens zweite Gemahlin in reichem Staate. 
525. Susanne im Bade. Nach seiner Art. 
526. Christus fordert Rechenschaft von den geistlichen und weltlichen Stän- 
den iiber ihren Lebenswandel. Schwach. 
527. Das Christkind und Johannes in einer Landschaft. Sehr anmuthig. 
Grössere Wiederholung des Berliner Bildes. 
528. Christus empfängt die reuevollen Sünder. Nicht sehr bedeutend. Einige 
schöne Köpfe. Dem Berliner Van Dyck (Bild desselben Inhalts) ähnlich.  
532. Der h. Christoph. Sehr bedeutend und ganz des Meisters würdig. 
Der Einsiedler leuchtet mit gutem Humor auf das Christkind. 
537. Die Apostel Petrus und Paulus. Nicht bedeutend. 
538-541. Sehr ausgezeichnete Portraits. Auf 541 Rubens selbst mit sei- 
ner ersten Gemahlin. Elisabeth Brants, in einer Laube sitzend. 
557. Portrait des Lord Arundel und seiner Gemahlin. Grosses leichtsinnig 
gemachtes Staatsbild. Am besten das Söhnchen rechts und der Hofnarr links. 
 _ 564. Auferstehung des Fleisches,--das sich zur Seligkeit in die Höhe haspelt. 
558. Mariä Himmelfahrt. Sehr unbedeutend. 
563. Simson, von der Delila verrathen. Höchst ausgezeichnet: die Gewalt 
und Wuth im Simson.  die Schergen. die ihn mit höchster Anstrengung von 
alle" Sßitßn packen,  die gemeine höhnisch üppige Delila im durchsichtigen 
Gewande, die Alte am 
Noch vieles Andere, namentlich Portraits. 
344- Der Kindermord. (War nicht vorhanden.) 
874- Die Löwenjagd. Höchst gewaltig und leidenschaftlich bewegt. Doch 
fehlt eigentlich der Totalelfekt. Sehr gross. 
886. Wieder ein Sturz der Verdammten. Wilde furchtbarste Fleischknänel.
        

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