Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497137
München. 
525 
und 14) stehen in der That der Art und Weise dieses Meisters nah. Sie 
sind aber die äusseren Flügelseiten des im Kölner Museum befindlichen 
jüngsten Gerichtes, dessen innere Flügelseiten durch die im Städelschen 
Institut zu Frankfurt a. M. befindlichen, in einzelnen Tafeln zertheilten 
kleinen Apostel-Martyrien gebildet wurden   Arbeiten, die ich aus 
entscheidenden und früher entwickelten Gründen dem Stephan absprechen 
muss.  Noch sind als Arbeit eines Nachfolgers des Wilhelm drei Tafeln, 
Mittelbild und Flügel (II, N0. 4, 5, 9) hervorzuheben, auf denen Christus 
am Kreuze, Maria und die zwölf Apostel dargestellt sind. Auch diese hat 
man gelegentlich als eine Jugendarbeit des Stephan bezeichnet, doch ste- 
hen sie selbst jenen Tafeln des ehemaligen Hcisterbacher Hochaltares an 
feinem Gefühl nach. 
Unter den zahlreichen Bildern des sogenannten Israel von Mec- 
ken en (der im Katalog noch immer diesen willkürlichen Namen führt) oder 
des sogenannten Meisters der Lyversbergschen Passion sind hier, wie 
unter den Gemälden derselben Gattung am Niederrhein, bei allgemeiner 
Verwandtschaft, manche innere Unterschiede wahrzunehmen, die auch hier 
noch eine gründliche Scheidung und Sichtung wünschenswerth machen. 
 Jener, mit noch grösserer Willkür als Lucas von Leyden benannte 
kiilnischc Meister führt hier ebenfalls, bei seinen interessanten zusammen- 
gßhörigen drei Tafeln (ll, Nr. 38-40) mit sieben Heiligen, in deren Mitte 
der heil. Bartholomäus steht, noch immer diesen Namen. 
Von Dürer sind hier u. A. die bekannten Flügelbilder vom Jahr 1523 
mit. dem heil. Joachim und Joseph auf der einen, dem heil. Simeon und 
Lazarus, dem Bischof auf der andern Tafel (II, Nr. 123, 127). Die kräftig 
leuchtende Färbung sprach mich lebhaft an. Die Bemerkung des Kata- 
lügs, dass sie unter Einfluss der niederrheinischen Schule gemalt seien, 
scheint mir etwas unbillig.  Die Bilder Altdorfers blieben gegen das 
Interesse, das sie mir früher eingeflösst, ein wenig im Rückstande. Die 
Sllsanna vom Jahr 1526 (II, Nr. 138) erschien mir sehr bunt, das grosse 
Bild der Alexanderschlacht vom Jahr 1529 (II, Nr. 169), ein Miniaturwerk 
fast kolossalen Maassstabes, wollte mich fast zu kindlich bedünken.  Dass 
die sehr merkwürdigen und anmuthigen Bilder der heil, Barbara und de; 
heil. Elisabeth (I, Nr. 40 und 46) von H. Holbein dem älteren, wie der 
Katalog angiebt, herrühren, wird von E. Förster in seinem Handbuch 
„München" bezweifelt, wie es scheint nicht ohne guten Grund; ich kann 
aber auch nicht beistimmen, dass es, wie Förster will, Arbeiten des jüngeren 
H. Holbein seien. 
Nach 
träglich. 
Ich erlaube mir, hier eine Beobachtung einzuschalten, die ich zwei 
Jahre später machte. Zur Herstellung meiner Gesundheit hatte ich eine 
Fusswanderung durch Deutschland unternommen. Ich hatte es dabei für 
entschieden nöthig befunden, allem etwaigen Anreiz wissenschaftlicher 
Studien zu entsagen und mich statt dessen ausschliesslich nur der Natur 
und dem völlig unbefangenen gesellschaftlichen Verkehr, wo mit dieser 
entgegentreten mochte, hinzugeben; ich wusste dies auch so treulich zu 
halten, dass ich von der Relse leider auch nicht das tlüchtigste Nctizblätt- 
Chen, obgleich ich an manchen denkwürdigen Monumenten vorübergegangen 
oben, 
298 
und 
350.
        

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