Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1497053
Strassburg. 
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des Querschitfes haben das allgemeine spätromanische Gepräge, Ohne eben 
etwas ausgezeichnet Besondres zur Schau zu tragen. 
 Der. berühmte Facadeubau der Westseite ist ein sehr künstliches und 
im Detail sehr schönes Werk; vor Allem schon das daselbst befindliche 
prächtige Rosenfenster. Doch aber fehlt es an eigentlicher innerer künst_ 
lerischer Fülle und Kratft. Es ist namentlich keine innere Nothwendigkeit 
für alle die {iligranartigen Vorsatzstücke da, ja ihre zierliche Feinheit; 
steht sogar in Widerspruch gegen den massigen Kern des Baues. Jene 
Weise freistehender Detail-Architektur ist eigentlich nur da begründet, wo 
die Fülle (die Tiefe) der Masse eine Doppelbildung, an der änsseren und 
an der inneren Seite, nöthig macht, wie z.  an den Fensteröffnungen m; 
der Kölner Domfacade; hier dagegen ist ein solches Motiv nicht vorhan- 
den. vielmehr das Dekorative meist nur vorgesetzt und zwischen die Stree 
ben eingespannt. iäuch die architektonische Reliefdekoration, z. B. an den 
lStreben, ist  spielend und wachst keinesweges genügend aus der Masse 
       
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von eigentlicher Sihhönheit Doch istlifeiijliodlemii Sie lsthhat gar Wemg 
i gnt  "3 a5 Vlelgesißltige Ganze sehr 
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Die Glasnialereien,_ mit denen das ganze Schilf des Münsters (den 
größeren 'lheil des TflfürlilmSgalldgßllüllllllell) ausgefüllt ist, sind ganz 
ohne künstlerischen Werth. ESIISI in diesen Gestalten weder etwas Gross- 
artiges von Zeichnung, noch irgend eine Art malerischen Sinnes; es ist 
ein Willkürliches Zusammenlieiteirder verschiedenartigsten, meist auch an 
sich gar nicht wirksamen und nicht schonen Farben. Sie gehören etwa 
dem 14tcn Jahrhundert undwiellcicht noch früherer Zeit an. 
Die Mittelsäulesim äüdllächlen däluetrschlijfiilügel, "der äOgxElWViilSpfeih-ll", 
von schon germaniäiren ei _e an ung. m. ie aran befindlichen Engelge- 
stalten und andre tatuen sind iiiit der baule gleichzeitig; ihr Styl ist ein 
noch byzantinisirendes Germanisch; sie verrathen noch keinen Sinn für 
körperliche Entwickelung, sind aber, wie durch feine Anordnung im Gn- 
fälte, sqo rilßllg 0d? Wßilligierldlglrchs eipet Ofllalllellilstlätjh gute Wirkung aus- 
gezeic ne  ons noci ain ic e cu p uren im nnern des Münsters. 
 Die Sculpturen am südlichen Qnerschiffportal sind sehr merkwürdig. 
Die Statuen, besonders die Figuren des alten und des neuen Testaments, 
guhgermavisßäiHjnßclibpllflne Nagurfiäle, aber mit naivem Gefühl, fein in 
ewegung un urc i ung es efältes. Die Consolen, auf denen si 
stehen, scheinen alt, die eine mit den Figuren zweier Kinder hierin sogar 
von lebendigst frappanter Naturwahrheit (so dass hienach die Ursprüng- 
lichkeit der Arbeit doch fast zu bezweifeln). Die Reliefs in den Lünettcu 
beider Thüren dieses Portals sollen einer modernen Restauration angehö- 
lsecrä tauf miehniachten sie einen Eindruck, der dem der übrigen alten 
Marä 2123752218 allalßg war. Links ist der Tod, rechts die Krönung der 
erstere m? ts alt-f Die letztere Darstellung ist mehr typisch gehalten; dic 
4_ g 111 ßlnes Gefühl, in derselben Weise wie die Statuen, nur 
klassischer, zum Theil an die Sy-t Z]. d N. 1 P.  _d 
D. M drl    ra ere cit es ico a isano erinnern  
ie ag aena namentlich, die 111er    1 B d M  k  
hat einen Kopf. von wahrh f _v0rn woi (em ette er aiia niet, 
S , d P _t 1 a! klassischer Schönheit und Feinheit.  Die 
itatucn a3 j-Ütinvooi a en der Westseite, dic klugen und thörichten Jung- 
frauen u. er,  iagen im Allgemeinen das Gepräge eines ähnlichen Styles,
        

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