Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496996
Paris. 
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sammentretenden Säulen schon mit Sllmböge" verbunden; allCh die Bogen- 
gliederung bereits im späteren Proiil. Eine Gallerie überden Arkaden des 
Cliores. Umgang um den Chor und Seltenkalleueni die d?" Selten fies 
Chorschlusses entsprechenden Kapellen mit rundem Grundriss und feiner 
Detaillirung.  
Kirche Notre Dame. In den inneren Verhältnissen höchst grossartig, 
ernst und majestätisch, wozu, bei den kurzen, S611? gfidrungenefl Säulen 
des Schiffes, wohl die Weite und Leichtigkeit der Triforien und die luftige 
Schlankheit ihrer Säulen wesentlich beiträgt. Uebrigens noch ungemein 
viel vom Charakter des Ueberganges, in den Säulen und ihren Kapitälen, 
in den Bögen und Rippen der Gewölbe, auch fast an allen Theilen der 
Fagatle. Die äusseren Kapellenreihen, namentlich auch die um den Chor, 
gehören erst der Vollendungszeit der Kirche im 13 Jahrhundert an. Die 
Faeade imposant, doch nicht gerade schön; vortrefflich die Gallerie am 
unteren Geschoss der Thürme, wo diese sich über die Dächer erheben. In 
den Seitenansichten der Kirche sind die oberen Geschosse,  des Trifo- 
riums und des Mittelschiffes,  ohne Wirkung und die zwiefachen Strebe- 
bögen, nach Triforium und Mittelschilf, die beide von den kolossal mas- 
eigen Strebepteilern ausgehen, unschön. 
Die Sainte Chapelle. Gedoppelte Schlosskapelle, eine über der 
andern; die untere, niedriger, für die Dienstleute. In dem einfachen früh- 
gothischen Styl; die Details des Inneren aber völliger ausgebildet als die 
des Aeusseren. Sehr durchgreifende Restauration, soeben im Werke. Her- 
stellung des lnnereii genau nach den erhaltenen Mustern, in alle! bunten 
Färbung, die freilich soweit geht, dass aller architektonische Eindruck voll- 
ständigst aufgehoben wird:  der Art, dass z.  die eine der Hauptwand- 
Säulen am Anfange des Chorschlusses roth, mit besonderm Muster, die 
andre blau und mit anderm Muster gefärbt ist. Im Verein mit den tep- 
pichartig bunten Fenstern wird das Ganze sich wie ein phantastisch 
drückendes buntes Gewebe ausnehmen. 
Statuen im guten trecentistischen Styl, Apostel und dergL, ebenfalls 
ganz bunt und ornamentirt, wie die Statuen irn Chore des Kölner Domes. 
Die alten Glasmalereien zum grösssten Theil erhalten, bunt teppichar-tig 
(wie eben bemerkt) und mit kleinen figürlichen Darstellungen; trecentistiscli. 
Die Fensterrose der Westseite später, auch die kleinen Malereien darin 
freier, aus dem 14. oder dem Anfange des 15. Jahrhunderts. 
Kirche St. Severin. Gothisch. An der Facade nur ein Thurm zur 
Ausführung gekommen; gut und einfach fruhgothisch. Aus derselben Bau- 
cpoche die westlichen Theile des Schiffes, gut, mit kurzen Säulen und 
zierlichen Triforien. Das übrige spätgothisch. Doppelte Seitenschide. Der 
Umgang um den Chor sehr zierlich, mit bunten Säulen und Gewölbrippen. 
Kirche St. Germain PAuxerroiS. Spätgothisch, nicht gross, 
doch ansprechend weite Verhältnisse. Doppelte Seitenschiife. Der Chor 
in den Details modernisirt.  
Einiges von alten und Manches von neuen Kunstwerken. Unter den 
ersteren ein Schnitzaltar des 16. Jahrhunderts zu bemerken, reich an figür- 
lichen Darstellungen, ungefärbt, handwerklich tüchtig. 
Kirche St. Gervais. Spätgothisch und nicht unbedeutend. Pfeiler- 
Architektur. 
Allerlei Glasmalereicn, unter denen die sehr haltungslosen vom im 
Mittelschiff die gcrühmten Arbeiten des Jean Cousin zu sein scheinen;
        

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