Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496927
504 
vom Jahr 
Reisenotizen 
1845. 
 Eine der Margaretha van Eyck zugeschriebene Ruhe" auf der Flucht 
ist jedenfalls erheblich jünger.  Eine ansprechende Kopie des in der 
Akademie zu Brügge beündlichen Bildes von Johann van Eyck, die Madonna 
mit St. Georg und St. Donatian, gehört der Zeit um 1500 an. 
Von Quintin Messys das berühmte (1508 begonnene) Altarwerli, 
welches auf dem Mittelbilde die Klage über dem Leichnam Christi, auf 
den Flügeln die Martyrien des Täufers und des Evangelisten Johannes 
enthält. (Nr. 2-4 des Katalogs.) Andervvärts liegen ausführliche Be- 
schreibungen auch dieser Bilder vor. Der in ihnen herrschende Styl hat das 
kleinlich Eckige, was jene Zeit der Nachblüthe der alten belgischen Kunst 
bezeichnet. Die Körperbewegungen sind eckig und starr, die Falten 
kleinlich wulstig. Auch mangelt eine eigentliche, in SlCh geschlossene 
Composition, obgleich das Mittelbild sich allerdings dramatisch arrangirt. 
An malerischer Haltung, in Farbe und Helldunkel, fehltes ganz. Dagegen 
erscheint in den Köpfen das Streben nach Charakteristik und Ausdruck 
in der ähat höchät bidgutend ränd äaräolgreliclmh Dipl Tlechnik ist durchweg 
fein un präcis, 1c r cit an en c muc sac en öc st eegant. 
Zwei kleinere, dem Q. Messys zugeschriebene Bilder (aus der v. Ert- 
bornschen Sammlung), ein Christnskopf und ein Madonnenkopf, scheinen 
diesen Namen mit nicht geringerem Recht zu führen. Es sind die bekannten 
von Barth gestochenen und auf diesen Stichen als Holbein'sche Arbeiten 
bezeichneten Köpfe. Sie erscheinen hier voller und von sehr weicher und 
zarter Behandlung, der Christuskopf ist in höchst anziehender Durchbildurig 
des Eyckschen Urbildes.  Ein Eccehomo ganze kleine Figur, und Zu- 
schauende, inschriftlich von Johann Mabus e, dem Bilde des Meisters 
bei Zanoli in Köln in der Behandlung sehr ähnlich, hat etwas dem Dürer 
Nahestehendes; nur ist das Bild trockner im Ton. 
Die hohe Epoche der italienischen Kunst wird durch ein Gemälde, 
von Tizian, bezeichnet (Nr. 23 des Katalogs): Papst Alexander VI  
dem heil. Petrus den Bischof von Paphos (aus der venetianischeu Familie 
Pesaro) vorführend, den er zum Admiral der päpstlichen Galeeren gemacht 
hat. Das Bild ist ein glücklicher Beleg für die Kunst des grossen venetia- 
nischen Meisters und als solcher sehr wohl geeignet, beim Ueberblick der 
wechselnden Bewegungen der tlandrischen und brabantischen Kunst einen 
ziemlich sichern Regulator abzugeben. Leider nur hat die Figur des Petrus 
etwas Kleinliches. 
Für den Uebergang der niederländischen Kunst aus der alteinheimischen 
Richtung in die spätere des 17teu Jahrhunderts besonders durch Vermitte- 
lung italienischer Studien, enthält das Mnseuni zahlreiche Belege, die für 
die kunstgeschichtliche Anschauung von Bedeutung sind. Hierüber die 
folgenden Notizen. 
Michael Coxis: Martyrien verschiedener Heiligen. Im Allgemeinen 
ein ziemlich schwacher Raphaelist. In dem Martyrium des heil. Sebastian 
(Nr- 14 des Katalogs), welches M. COXis in hohem Alter, in den achtziger 
Jahren des löten Jahrhunderts, gemalt haben soll, ist er dem Vasari ähn- 
lißll, dabei im Nackten ganz gut. 
Hans van Elburch: Nr. 60. Vervielfältigung der Brode. Ebenfalls 
ein tüchtiges Bild in der Art des Vasari.  Fr. Floris, zwei beachtens- 
werthe Bilder: Nr. 20. Geburt Christi, eine Darstellung nicht ohne innere 
Grösse und ein noch erfreuliches Ungeschick; zart im Helldunkel; der 
Richtung (168 A. del Sarto entsprechend, obgleich etwas blass;  Nr. '21-
        

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