Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496812
Zur Geschiehte der 
Deutschland. 
Kunst 
493 
sind: l) Eine in Farben gedruckte Abbildung eines Glasgemäldes aus dem 
Anfang des 16ten Jahrhunderts, aus derw. Tuclhefschen Familienkapelle 
zu Nürnberg stammend und gegenwärtig 1m Besitz des Frhrn. E. v. Bibra 
auf Schnaabheim. Die Darstellung ist die Verkündigung Mariä, überein- 
stimmend mit einem Dürerschen Holzschnitt und nach Angabe des Ver- 
fassers des Textes, Th. Sündermahler, nach einem Diirefschen Carton oder 
gar durch Dürers eigene Hand gemalt (was der Unterzeichnete, mit dem 
Originale nicht bekannt, dahingestellt lassen muss).  2) Ein Facsimile 
einer der Federzeichnungen des bekannten Wessobrunner Codex vorn Jahr 
814, in der königl. Bibliothek zu München, die als die ältesten der mit 
Sicherheit zu datirenden deutschen Versuche in bildender Kunst gelten 
müssen. Die dargestellten Figuren haben weite Gewandung; vielleicht 
wird uns später noch eine von dcn Zeichnungen mitgetheilt, wo in den 
Figuren die Behandlung der Körpcrform genauer ersichtlich ist, indem ge- 
rade diese für das betreffende Moment der kunsthistorischen Entwickelung 
besonders wichtig sind (bei aller Rohheit der Behandlung tritt dort nämlich 
eine grosse Aehnlichkeit mit der Figurenzeichnung in der bekannten Rolle 
des Josua in der vatikanischen Bibliothek hervor,. Der Text ist von 
Dr. Gessert.  3) Die Abbildung einer grossen gewirkten Tapete, die sich 
im Besitz des Herrn Sündcrmahler befindet und deren ungemein interessante, 
sehr {igurenreiche Darstellung die Geburt des Ohristkindes und die An- 
betung der Könige enthält. Wir werden bei der Betrachtung derselben 
entschieden auf den Styl der flandrischen Schule zur Zeit Hemlings ge- 
führt; der Verfasser des Textes, l)r. v. Bibra, ist der Ansicht, dass sie 
wirklich nach einem Hemlingfschen Carton gewirkt sei.  Abbildungen 
nnd Texte tragen beiderseits das Gepräge treuer Sorgfalt. Wenn die 
Herausgeber in dieser Weise fortfahren, wird ihr Werk eine erfreuliche 
Fortsetzung bilden der schönen, von F. H. Müller bearbeiteten und durch 
dessen Tod leider zu früh abgebrochenen nBeiträge zur teutschen Kunst 
und Geschichtskirnrle durch Kunstdcnkmale."
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.