Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496797
Geschichte 
Zur 
der 
Kunst 
Deutschland. 
491 
Innere desselben, bildet eins der schönsten Beispiele dieser Kunstepoche, 
die wir in Deutschland besitzen. Das auf 'l'afel 6 abgebildete Gfabmonu- 
ment des Grafen Günther XXV. von Schwarzburg (gestorben 1368) dürfte 
als eins der erheblicheren Sculpturwerke des 14. Jahrhunderts, gleich 
wichtig für die Kunst- wie für die Kostümgeschichte, zu betrachten sein. 
 Ferner: 2) Die Kirche zu Kloster Paulinzelle, bekanntlich eine reine 
Basilika und gegenwärtig als Ruine von äusserst malerischer Erscheinung, 
was auch die vorliegenden Blätter mit Glück wiedergeben. Notorisch aus 
dem Anfange des 12. Jahrhunderts, bildet sie für den Baustyl dieser Zeit 
einen wichtigen Anknüpfnngspunkt und gewinnt ein eigenthümliches In- 
teresse durch die geräumige Vorhalle, die erst nach Vollendung des Haupt- 
baues (der Ansicht des Herausgebers zufolge aber sehr bald nach diesem) 
hinzugefügt ist.  3) Die Kirche zu Stadt -llm, inschriftlieh, doch mit 
Ausnahme der älteren 'l'hurmtheile und späterer Bauveränderungen, vom 
Jahr 1287.  Die Kirche zu Oberndorf, ursprünglich eine einfache, 
streng romanische Pfeilerbasilika.  5) Die Kirche zu Göllingen, mit 
ihrem alterthümlich romanischen Thurme auf der Westseite und der unter 
demselben belegenen Krypta. Die letztere hat wiederum das Gepräge des 
Streng romanischen Styles und ist besonders dadurch ungemein merkwür- 
dig, dass die breiten Gurtbögen ihres Gewölbes die Form des orientalischen 
Hufeisenbogens befolgen. 
Die zehnte Lieferung der erstenAbtheilung beginnt den zweiten Band 
derselben und zugleich wieder einen besondern Abschnitt des Gesamtm- 
werkes, unter dem Separattitcl: "Das Schloss und derDom zu Meissen 
und Kloster Heiligenkreuz unfern davon." Die Mittheilungen 
dieser Lieferung sind noch fragmentarisch, und ist ihre Vervollständigung 
durch die späteren Folgen zu erwarten. Von dem zugehörigen Text ist 
nur erst die Einleitung gegeben; von den bildlichen Darstellungen ver- 
schiedene mit einzelnen Theilen der im Titel genannten Monumente, die 
für die verschiedenen Epochen des gothischen Stylcs, für den brillanten 
spät-mittelalterlichen Schlossbau und auch für den romanischen Baustyl 
(in der Ruine von Kloster Heiligenkrcnz) mannigfaches Interesse geil-nähren. 
Die fünfzehnte bis achtzehnte Lieferung der zweiten Abtheilung be- 
ginnen von dieser ebenfalls den zweiten Band und führen den Separat- 
titel: "Mittelalterliche Bauwerke zu Eisleben und in dessen 
Umgegend, Seeburg, Sangerhausen, Querfurt, Conradsburgß 
An Monumenten aus Eisleben sind hierin enthalten: die sehr einfache. dem 
löten Jahrhundert angehörige Andreaskirche, mit der nur historisch merk- 
würdigen Lutherkanzel und einem sehr ausgezeichneten gestickten Kanzel- 
nrch aus dem Anfange des löten Jahrhunderts, dessen figürliche Darstellungen 
der Herausgeber auf einem besondern Blatte verführt; sodann die ebenfalls 
sehr einfache Annakirehe, aus dem Anfange des löten Jahrhunderts.  Das 
Schloss Seeburg, bei Eisleben, gewinnt durch spätgothische Umwandlung einer 
hochalterthürnlichen Anlage eigenthümliches Interesse.  Zu Sangerhauscn 
trägt die, um 1083 gebaute Ulrichskirche, eine imponirende Pfeilerbasilika, 
dagGgpräge des frühest romanischen Styles. Ihre alten Theile sind im einfach 
schweren Spitzbogen überwölbt; der Herausgeber spricht sich jedoch nicht 
darüber aus, 0b nähere technische Untersuchungen über die Ursprünglich- 
keit dieser Gewölbe angestellt sind (so dass sie, da hierüber aus den Ah- 
bildungen nichts zu entnehmen ist, für jetzt wenigstens bei der Frage rück- 
sichtlich eines früh-romanischen Spitzbogens in Deutschland nicht in Be-
        

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