Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496788
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und 
Berichte 
Kritiken. 
ist eine grosse Anzahl verschiedenartiger Räume, die sich zu einem, in der 
Hauptform viereckigen Gebäude zusammen gruppiren. S0 wenig indess 
von ihnen erhalten ist, so ordnet sich uns (las Ganze unter der Leitung 
des Herausgebers doch auf eine verständliche und übersichtliche Weise; 
heizbare Wintergemächer- und Wohnräume für den Sommer, zwei vorl- 
ständig ausgebildete Badelokalitäten und zu andern Zwecken bestimmte 
Räume (etwa für die Dienerschaft und für die Oekonomie) erscheinen 
durch verschiedene Verbinclungsgäuge von einander gesondert; Höfe, mit 
Mauern umgeben, sehliessen sich dem Gebäude an. Ueber die Angelegen- 
heiten der Heizung erhalten wir von dem Herausgeber willkommenen Auf- 
schluss. Die Phantasie _fühlt sich bei der Betrachtung dieser geringen 
Reste lebhaft angereizt, sie in ihrer ehemaligen Vollendung herzustellen 
und sich dadurch ein Bild des so viel gerühmten Villenlebens der Römer 
zu schatfen; 'für einen archäologisch gebildeten Architekten wäre es eine 
dankbare Aufgabe, die Entwürfe zu einer solchen Herstellung auszuarbeiten. 
Mögen diese Zeilen als eine freundliche Autforderung dazu gelten! 
Bei weitem das Wichtigste unter den Einzelheiten der Anlage sind 
jene Mosaikfussböden, die uns der Herausgeber in vortrefflichen. grossen 
und colorirten Abbildungen verführt. Es sind Zusammensetzungen der 
rnannigfaltigsten Ornamentschemata, in denjenigen Formen, die durch die 
Technik des Mosaiks bedingt waren, und in geschmackvoller Weise nach 
den jedesmaligen Verhältnissen des Raumes gefügt und geordnet. Fast 
durchweg dürfen sie als Muster für die Dekoration von Fussbödcn betrachtet 
werden. Von dem luxuriösen Comfort der Römer geben sie vornehmlich 
ein charakteristisches Beispiel. Leider sind sie jedoch zum Theil schon 
mehr oder weniger beschädigt, und nach einer, dem Unterzeichneten kürz- 
lich zugekommenen Notiz scheint es, dass sie trotz der über ihnen errich- 
teten Schutzhäuser, vermuthlich durch Erweichung der Unterlage, mehr und 
mehr dem Verderben entgegen gehen. Für die geringe Anzahl von Denk- 
mälern, zumal von so ausgezeichneten, die wir in Deutschland aus der Rö- 
merzeit besitzen, würde dieser Verlust doppelt schmerzlich sein. Es ist 
indess zu hoffen, dass noch Vorkehrungen zu ihrer ferneren Sicherstellung 
ausführbar sein werden. 
Denkrnale der Baukunst des Mittelalters in Sachsen. 
beitet und herausgegeben von Dr. L. Puttrich etc. 
Bear- 
Von diesem Werk ist, seit das Kunstblatt zum letzten Mal über das- 
selbe berichtet hat (1844, Nr. 49 ff), wieder eine Reihe inhaltreieher Lie- 
ferungen erschienen. Behandlung und Ausstattung sind in derselben ver- 
dienstliehen Weise gehalten, die bei den bisherigen Lieferungen die 'l'heil- 
nahme für das Unternehmen gesichert hatten. Zunächst sind zu erwähnen 
die achte und neunte Lieferung der ersten Abtheilung, die den ersten 
Band dieser Abtheilung beschliessen und den Separattitel führen: "Denk- 
male deY Baukunst des Mittelalters in den fürstlich Schwarz- 
burgkchen Lan den." Die hierin enthaltenen Monumente sind 1) die 
Fraußnkirßhe zu Arnstadt auf 10 Tafeln dargestellt, die uns in diesem 
Gebäude einerseits eine sehr interessante Ausbildung des spätromanisehen, 
andererseits eine fast noch merkwürdigere und eigenthilmliehe reiche Aus- 
bildung des ffühgothisehen Baustyles kennen lehren. Der Chor, dßf Zll 
den letzteren Thßilen gehört, und namentlich das auf Tafel 5 enthaltene
        

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