Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496769
488 
Kritiken 
und 
Berichte 
Drei folgende Kapitel bilden gewissermaassen einen Anhang zu dem 
Hauptinhalt des zweiten Buchs, indem in ihnen von den vorzüglichsten 
Erscheinungen der weiteren Verzweigung der byzantinischen Kunst, und 
zwar auf ziemlich ausführliche Weise, die Rede ist. Zuerst wird die 
Kunst im "Sassanidenreiche" besprochen und den merkwürdigen, aus der 
Zeit desselben herrührenden Scnlptnren (die ich in meinem Handbuch t) 
ungeschicktcr Weise im Anhang zur altpersischen Kunst erwähnt hatte) 
sehr richtig hier der ihnen gebührende Platz angewiesen. Für die neu- 
ersische Architektur sehen wir noch immer näheren Forschungen und 
glittheiltingen entgegen. Dann folgt die Kunstin "Georgien und Einnenien", 
die der Verfasser nach neueren Reisewerken behandelt und mit der er ein 
völlig neues Material in die Kunstgeschichte einführt. Der letztere Um- 
stand veranlasst ihn auch, etwas ausführlicher zu werden und die einzelnen 
Monumente genauer zu schildern, als es wohl eigentlich der Gesammtplan 
seines Werkes verstattete. Die armenische Architektur erscheint hienach 
als eine sehr eigenthümliche und interessante Umbildung der byzantini- 
schen. Das dritte Kapitel behandelt die Kunst in „Russland" und geht in 
deren barbarisch-phantastische Behandlungsweise ebenfalls näher und ziem- 
lich ausführlich ein. 
Das dritte Buch ist der nmuhamedanischen Kunst" gewidmet. Auch 
hier tritt uns das Talent des Verfassers in der Darstellung der kultur- 
historischen Zustände und der Entwickelung der künstlerischen Bestrebun- 
gen aus denselben, sowie vornehmlich in der Darlegung dessen, was in 
der Kunst eigentlich als die innere treibende Kraft erscheint, aufglänzendt: 
Weise entgegen. Zwei besondere Kapitel, zur Einleitung und zum Schluss, 
sind diesen Untersuchungen gewidmet. Die innere Nothwendigkeit, die die 
Araber und Muhamedaner dahin trieb, alle tigürlich bildliche Darstellung 
zu unterlassen und die gesammte Architektur zur Arabeske zuzuspitzen, 
ist seither noch uirgend so geistvoll, so überzeugend auseinander gesetzt 
werden. Die eigentlich historischen Kapitel haben das, im Allgemeinen 
schon bekannte Material zum Gegenstande. Der Verf. beginnt mit den 
Muhamedanern in Persien und Indien, geht dann nach Aegypten und Sici- 
lien über und schliesst mit den spanischen Arabern und den 'l'i1rken. 
Diese Anordnung hat den Uebelstand, dass zu Anfang (da wir von den 
älteren asiatisch-muhametianisehen Architekturen doch nur sehr wenig wis- 
sen) von sehr späten Werken die Rede ist, und dass zum Schluss Mauren 
und Türken neben einander die verschiedenartigsten Erscheinungen dar- 
bieten. Bei unsern heutigen Kenntnissen der muhamedanischen Kunst 
scheint mir die von mir befolgte umgekehrte Anordnung im Ganzen 
passender. 
Das vierte Buch endlich führt die Ueberschrift: „Das karolingische 
Zeitalter. Anfänge christlich-germanischer Kunst." Auch hier, im ersten 
Kapitel. dieselbe lebenvolle Auseinandersetzung des kulturhistorischen Ele- 
mems, das die Grundlage der künstlerischen Versuche jener Zeit bildet. 
Im zweiten Kapitel eine Uebersicht der architektonischen Leistungen unter 
60311911 und Franken, die im Wesentlichen noch verdorben römisch erschei- 
nen. Im dritten eine Uebersicht der bildnerischen Leistungen, die im 
Ganzen auch kein erfreuliches Gepräge haben, bei denen der Verf. jedoch 
auf die Andeutungen-einer hervorbrechenden nationellen Frische des Geistes 
etstun 
xflagu-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.