Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496683
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Berichte und Kritiken. 
Ich kann mich nach diesen Beobachtungen und nach dem Ganzen des 
Eindrucks, den ein künstlerisches Meisterwerk auf uns hervorbringt, der 
aber so schwer mit Worten wiederzugeben ist, nur dahin erklären: dass 
das Berliner Bild das ursprüngliche Exemplar und als solches eines der 
höchsten Meisterwerke des grossen deutschen Künstlers ist. Wie es sich 
hienach mit dem Dresdener Bilde verhalte, wage ich zur Zeit nicht geradezu 
zu entscheiden. So wenig sich Holbeins Hand in den knieenden Porträt- 
figuren desselben zu verläugnen scheint, so möchte ich sie doch nicht un- 
bedingt in der Madonna und dem Kinde anerkennen. Vorläuiig dürfte 
somit etwa anzunehmen sein, dass Holhein die Wiederholung mit ander- 
weitiger Beihülfe gefertigt habe,  ein Verfahren, das an sich auch, zumal 
bei einem so viel beschäftigten Meister, nur durchaus naturgemäss sein 
würde 1).  
Geschichte der bildenden Künste. Von Carl Sehnaase. Zweiter 
und dritter Band. Düsseldorf 1843 und 1844. 533 und 554 S. in gr. 8. 
(Bd. ll. auch unter dem Titel: Geschichte der bildenden Künste 
bei den Alten. Zweiter Band. Griechen und Römer. Bd. III.: 
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter. Erster Band. 
Altchristliche und muhamedanische Kunst.) 
(Kunstblatt 
1845, 
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Meine Anzeige von dem ersten Bande des vorstehend genannten Werkes 
war in Nr. 17-19 des Kunstblattes vom vorigen Jahre abgedruckt worden; 
ich hatte dabei zum Schluss das lebhafte Interesse angedeutet, mit welchem 
man den folgenden Bänden entgegen sehen müsse. Der zweite und auch 
der dritte liegen nunmehr bereits einige Zeit vor. Aeussere Verhältnisse 
haben es mir nicht verstattet, eher als jetzt das Studium derselben vorzu- 
nehmen und in der Anzeige des Werkes fortzufahren; ich hoffe, dass mir 
der geehrte Verfasser eine Säumniss verzeihen wird, die allerdings einer so 
bedeutenden literarischen Erscheinung gegenüber nicht ganz angemessen 
ist. Inzwischen hat auch der Verfasser, in Nr. 58 des vorjährigen Kunst- 
blatte, ein Sendschreiben an mich gerichtet, zur Verständigung über meine 
Kritik seiner Auffassung und Entwickelung des Begriiles der Architektur. 
Auch hierauf das etwa Erforderliche zu erwidern, hat es mir an der 
nöthigen Musse gefehlt. Mir scheint, dass die Differenz zwischen unsern 
Ansichten noch nicht so völlig gelöst ist, wie es der Verfasser andeutet. 
Indess ist dies  die Begriffsbestimmung der Architektur  eine Sache, 
die immer nicht in der Kürze abzuthun ist, die vielmehr ein sehr genaues 
1) Nßßhträglich (1853). Das oben besprochene, seither in Berlin beiind- 
liche FfxemPlar des Holbeilfschen Gemäldes befindet. sich jetzt in Darmstadt, 
im BSSVCZ der Tochter der früheren hohen Besitzerin, der Frau Prinzessin Elisa- 
beth von Hessen und bei Rhein. Hr. Professor J. Felsing theilt, noch aus wei- 
teren Gründe", meine Ansicht, dass es dem Dresdener Exemplare der Zeit nach 
vorangehe.
        

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