Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1491654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1496587
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Berichte und Kritiken. 
Säulen von 5 Fuss 272 Zoll Durchmesser, während er im Innern eine io- 
nische Säulenstellung enthielt, diese Säulen zu 2 Fttss 572 Zoll Durchmes- 
ser. Die der genannten Schrift beigefügte Kupfertafel giebt die Ansicht 
eines corrunipirten Kapitäls dieser ionischen Säulen, einrinnig mit gesenk- 
tem Kanal, und Restaurationen desselben von der Hand des Architekten, 
Professor Strack in Berlin. Ausserdem enthält dieselbe die Darstellung 
von einem Stück einer mit Blumen und Palmetten geschmückten Sima. 
Die letztere zeichnet sich durch die streng griechische Linienführung des 
Blattwerks aus; auch das Kapital hat entschieden griechisches Gepräge. 
Diese Stücke sind somit unbedenklich älter als die unter Nero vollbrachte 
Restauration des Tempels. 
Noch werden uns auf derselben Knpfertafel die Reliefdarstellungen 
vorgeführt,we1che, leider sehr beschädigt, zwei Seiten eines Steines schmücken. 
Es sind Kämpfe griechischer Reiter mit Barbaren, vermuthlich Galliern, 
Auch diese im Style ohne Zweifel noch rein griechisch. Der Verfasser 
weiss die ursprüngliche Bestimmung dieses Steines nicht anzugeben, meint 
aber, dass er zum Tempel selbst nicht gehört haben könne. 
 S0 fragmentarisch an sich auch diese Mittheilungen sind, so vermeh- 
ren sie doch, als einer der berühmtesten Lokalitäten des griechischen Alter- 
thums angehörig, auf dankenswerthe Weise unser archäologischesMaterial.-- 
Die Schrift Nr. 2 hat nicht die Absicht, uns neue und bisher noch 
unbekannte Gegenstände vorzuführen. Sie war dazu bestimmt, im münd- 
lichen, durch bildliche Darstellung erläuterten Vortrage einem gemischten 
Publikum eine Anschauung von dem glänzendsten Centralpunkte griechi- 
schen Lebens und von der Bedeutung desselben zu gewähren. Indem dies 
mit besonnener Umsicht und Fasslichkeit, zugleich aber auch mit begeister- 
ter Theilnahme für den besprochenen Gegenstand geschieht, bemerken wir, 
dass die eigene genaue Kenntniss der Lokalität und ihrer Umgebungen 
die Absicht des Verfassers wesentlich gefördert hat, und dass somit seine 
Schrift auch ausserhalb des Kreises, für den sie zunächst bestimmt war, 
auf Anerkennung rechnen darf. 
Zur 
Geschichte 
der 
Kunst des Mittelalters 
deutschland. 
in 
NOrdA 
(Kunstblatt 
1844, N0. 
so i) 
Ich erlaube mir den Bericht über eine Reihe jüngst erschienener und 
mehr Oder weniger umfassender literarischer Erscheinungen, die zur Kennt- 
niss des Denkmälervorrathes im Norden unsres Vaterlandes oder zur Er- 
forschung der kunsthistorischen Stellung dieser Denkmäler Beiträge liefern, 
unter der vorstehenden Ueberschrift zusammenzufassen. Ich beginne mit 
dem Osten des Vaterlandes, mit Preussen. Das 'Wichtigste, was wir 
seither über die dortige Kunst besassen, waren die Schriften und Kupfer- 
werke über das Marienburger Schloss und E. A. Hagens Beschreibung der 
Dumkirche zu Königsberg, ein Werk, das in Uebersichten und Excursen
        

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